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Elchinator Männlich

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Montag, 7. Juli 2014, 17:35

WE Apache A2 (MP5A2/A4)



Geschichte

Vor 50 Jahren, also 1964, begann man bei Heckler & Koch mit der Entwicklung einer neuen Maschinenpistole. Intern anfangs noch als "Project 64" bezeichnet, erfolgte später die Umbenennung in "HK54", nach HK-Terminologie eine Maschinenpistole ("5") im Kaliber 9mm ("4"). Die Bezeichnung "MP5" wurde erst später von der Bundeswehr vergeben, der die Waffe als 5. Modell für Auswahltests vorgelegt wurde. Bekannt ist außerdem noch die damals bereits eingeführte MP2, weltweit als "Uzi" bezeichnet...
Die Entwickler, Tilo Möller, Manfred Guhring, Georg Seidl und Helmut Baureuter, entwarfen dafür einen aufschießenden Rollenverschluß auf Basis des G3. Trotz der deutlich schwächeren Luger Parabellum, konnte das Prinzip auch auf dieses Kaliber übertragen werden. 1966 wurde die Waffe dann bei Polizei und Bundesgrenzschutz eingeführt. Die Bundeswehr blieb hingegen bei der MP2/Uzi, lediglich KSK oder Feldjäger haben in späteren Jahren nennenswerte Mengen der MP5 beschafft.

In der folgenden Zeit wurde die MP5 in vielen weiteren Ländern beschafft und ist bis heute weltweit im Einsatz. In der Öffentlichkeit wurde sie erst 1980 wirklich wahrgenommen, als das britische SAS sie bei der Geiselbefreiung in der iranischen Botschaft einsetzte. Trotzdem war die Abbildung der MP5 in Deutschland schon vielen Menschen bekannt, ohne daß diese es wußten. Das Logo der RAF enthält eine stilisierte MP5 mit geradem Magazin...

Bis heute ist die MP5 berühmt für ihre hohe Eigenpräzision, die aus dem für damals moderne MPs eher untypischen aufschießenden Verschluß resultiert. So wird die MP5 bei Polizei und Militär auch gar nicht als kompakte Waffe zur Selbstverteidigung, sondern als Präzisionsgewehr für kurze Entfernungen unter 100 Metern verwendet. Wo bei ausgewachsenen Gewehren die Gefahr der "Überpenetration" besteht - also die Gefährdung Unbeteiligter hinter dem Ziel - ist die 9mm Luger abgefeuert aus einem Karabiner einfach die bessere Wahl.

So konnte die MP5 auch von ihren Nachfolgerinnen, UMP und MP7, nie wirklich verdrängt werden. Erstere erreicht nie die gleiche Präzision, letztere ist als Verteidigungswaffe konzipiert und hat auf größere Entfernungen Nachteile. Damit ist die MP5 auch nach fünfzig Jahren noch immer sehr präsent, wie sonst nur wenige andere Waffen.



Einleitung

Die MP5 wurde von WE ja schon vor mehreren Jahren in Form von ersten Prototypen gezeigt. Aus Gründen, die wir vielleicht lieber nicht wissen wollen, verschwand die Waffe wieder im Archiv. Um jetzt, mit einem Knall, wieder aufzutauchen! Denn nicht nur ein Modell, sondern gleich drei Varianten kamen in kurzen Abständen auf den Markt. MP5A2, MP5A3 und MP5K kamen im Abstand weniger Monate heraus. Allerdings auf einen Markt, der von VFC bereits zuvor erschlossen wurde. Wie schlägt sich nun die WE und was erwartet uns noch?



Lieferumfang

Zunächst einmal ein erstaunlicher Lieferumfang! Waffe, Magazin und Anleitungsheftchen gibt es ja sowieso. Aber hier liegen noch Speedloader, Werkzeug, Navy-Flashhider und offenbar ein spezieller Silencer-Adapter bei! Für WE, die sonst nicht so großzügig mit Zubehör sind schon ziemlich beachtlich! Das alles liegt in einem ziemlich bunten Karton, der mit den braunen Boxen früherer Tage nichts mehr gemein hat. Das Innere ist mit "Eierkarton" ausgestattet, was eine deutlich umweltfreundlichere Lösung als Styropor ist.



Bezeichnung: WE Apache A2
System: Gasblowback (GBB)
Material: Stahl, Druckguss und ABS
Länge: 715mm
Lauflänge: ~200mm
Gewicht: 3200g mit Magazin
Kaliber: 6mm BB
Magazin: 45 BBs
Stärke: bis zu 2 Joule




Erster Eindruck

WE selbst nennt diese Waffe "Apache A2". Das ist in mehrfacher Hinsicht merkwürdig, da es sich weder um eine uramerikanische Waffe handelt, noch um eine MP5A2. Tatsächlich handelt es sich um eine MP5A4, wie man am modernen Griffstück mit Piktogrammen am Feuerwahlhebel, sowie dem (hier deaktivierten) Burst-Modus sieht. Der für diese Version ebenfalls typische Navy-Flashhider liegt als Quick-Release-Aufsatz im Karton. Vermutlich waren es mal wieder Marketinggründe, die für eine solche Namenskonfusion gesorgt haben.



In vielen ausländischen Foren gibt es auch lange Diskussionen darüber, daß das Magazin eine etwas zu starke Krümmung hat und nicht im richtigen Winkel in der Waffe sitzt. Das stimmt, man sieht es aber auch nur im direkten Vergleich. Oder wenn man Hardcore-MP5-Fan ist. Letztere werden aber schon die HK-Markings vermissen, die es bei WE im Gegensatz zu VFC natürlich nicht gibt.



Auch die Tatsache, daß das mitgelieferte Magazin nach vorne offen ist und man die BBs sieht, ist für Spieler praktisch, für Sammler eher abschreckend. Aber hier gibt es zumindest eine Lösung: WE bietet auch ein geschlossenes Magazin mit realistischen 30 Schuß an.




Technik

Die doch sehr euphorische Darstellung asiatischer Händler, die ganze Waffe würde, bis auf die ABS-Teile, nur aus Stahl bestehen, ist doch leicht übertrieben. Tatsächlich sind praktisch alle äußeren Metallteilen aus Stahl, aber auch hier nicht alle. Das Frontsight und der Knopf am Durchladehebel zum Beispiel nicht. Und bei den Internals ist sogar der größte Teil aus Guss, wenn auch aus sehr stabilem. Bisher gibt es jedenfalls keine größeren Schadensmeldungen oder reihenweise zerbrechende Waffen. Und die WE ist schon ein paar Monate auf Markt!



Bei der Hop-Up-Einstellung ist WE einen neuen Weg gegangen. Diese befindet sich unter dem Vorderschaft und bildet einen Ring um den Lauf. Das ist schnell zu erreichen, auf der anderen Seite aber gut genug gegen versehentliche Betätigung geschützt. Eine durchaus praktikable Lösung!

Weniger schön ist die Tatsache, daß der Lack des Magazin sehr leicht verkratzt und schon nach kurzer Benutzung im Magazinschacht abgerieben wird.



Das originalgetreue Zerlegen über Gehäusepins ist für Sammler und Fans dann schon wieder versöhnlicher, wie auch der Aufbau der inneren Mechanik, der dem Original sehr ähnlich sieht. So sind zum Beispiel der Hammer, aber auch der Verschlußträger mit simulierten Rollen der echten Waffe gut nachempfunden.



Die Internals machen einen sehr stabilen Eindruck. Das Nozzle ist jedenfalls nicht anders, als man das von anderen WE-Waffen her kennt, ganz besonders der AKSU. Der Einbau eines NPAS dürfte damit auch möglich sein. Ein Puffer für den Verschlußträger ist ebenfalls eingebaut, so wie das schon VFC machte. Das RS-Vorbild hat einen solchen Puffer nicht.

Schußtest

Eine Besonderheit, die ich bisher nur bei der AKSU gesehen habe, ist der kleine Sperrhebel, der bei leerem Magazin den Verschluß hält. So wird eine leergeschossene Waffe simuliert, weil die originale MP5 ja keinen Verschlußfang hat. Dieser Hebel muß aber auch entriegelt sein, wenn ein volles Magazin in die Waffe geladen wird. Ansonsten gibt's im entscheidenden Moment nur ein "Klick"! Ist der Hebel nicht von selbst beim Beladen nach unten eingerastet, muß an dies von Hand tun.



Die Waffe schießt relativ laut und hat einen ordentlichen Blowback! Er ist etwa vergleichbar mit der AKSU, die ja ein ähnliches Gewicht hat. Die gemessene Stärke von fast 2 Joule mit 0,25er BBs ist ebenfalls nicht schlecht!



Ebenso die Präzision, hier auf 6 Meter gemessen! Mit ein paar kleineren Korrekturen an der Visierung wäre das Ergebnis noch besser ausgefallen. Aber auch so ist die Treffergruppe eng genug, daß man von einer hervorragenden Präzision sprechen kann. Die HK-typischen Sights mit der Dioptertrommel funktionieren prächtig.



Tuning

Leider gibt es noch nicht viele Erfahrungsberichte, welche auf dem Markt vorhandenen Anbauteile, insbesondere Realsteel, an die WE passen.
Immerhin funktionieren die gängigen Scope-Mounts, sowohl die modernen Low-Mounts, als auch das klassische HK-Mount von Tokyo Marui. Beide sitzen sehr stramm und rutschen nicht.



Unter der Abdeckkappe des Flashhider verbirgt sich noch ein 14mm-Negativgewinde, es lassen sich also alle gängigen Airsoft-Schalldämpfer anschrauben.

Bei den Internals ist das Angebot ebenfalls noch dünn, außer generischen Hop-Up-Gummis oder Tuningläufen findet sich da noch nichts. Hier ist wohl erst in einigen Wochen mit weiteren Angeboten zu rechnen.



Fazit

Man muß WE wirklich zu Gute halten, daß sie sich von ihrem letzten HK-Nachbau weitgehend erholt haben. Die völlig mißglückte MP7-Kopie war ein Schritt in eine falsche Richtung, in die man nun nicht weiter gehen wollte. Die MP5/Apache ist wieder so weit am Original, wie es die Lizenzrechte zulassen.

Auf Markings muß der Sammler verzichten, dafür bekommt man eine richtig gute Spielerwaffe. Ob sie besser und zuverlässiger ist, als die etwas zu Unrecht verschriene VFC, muß die Zeit zeigen. Der erste Eindruck ist aber schon sehr gut! Insbesondere dürfte das Nozzle hier kein Problem darstellen, da WE eine lange erprobte Technik einsetzt.

Kommen jetzt noch weitere Varianten, wie eine SD6 auf den Markt, hat WE ein wirklich heißes Eisen im Feuer! Ein Eisen, daß schon seit 50 Jahren erfolgreich glüht...



Mit freundlichen Grüßen
Elchinator

<- NSA/XKeyScore jamming active

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