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Elchinator Männlich

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Dienstag, 17. August 2010, 18:48

WE M14



Modell: M14 Open Bolt
Hersteller: WE / WETTI
System: Gas Blowback, Hop Up einstellbar
Kaliber: 6 mm BB
Max-Energie: ca. 1,5 Joule
Material: Metall und Kunststoffteile
Magazinkapazität: 20 Schuss ( Magazin auf 30 Schuss erweiterbar )
Gewicht: ca. 4950 gr
Gesamtlänge: ca. 1130 mm




Einleitung

Unzählige Geschichten sind mit dem M14 der Springfield Armory verbunden. Und obwohl es nur eine relativ kurze Zeit als Sturmgewehr im aktiven Dienst war, sehr schnell durch das M16 abgelöst wurde, nur um dann eine beispiellose, bis heute andauernde Karriere als Präzisionsschützenwaffe hinzulegen, prägt das M14 bis heute das Bild des amerikanischen Militärs mit.


(Universal Pictures)

Die Rekruten in "Full Metal Jacket", Tom Cruise als Ron Kovic in "Geboren am 4. Juli", Randy Shughart in "Black Hawk Down" oder auch die Wachen am Weißen Haus, sie alle wären ohne das M14 unvorstellbar. Kein Wunder, wenn das M14 noch immer zu den beliebten Airsofts zählt. Und nun erfüllt sich ein lang gehegter Traum der Airsoft-Welt: das M14 als GBB!


(Revolution Studios)

Natürlich gibt es auch bei diesem Release wieder eine Menge unsachlicher Vorabkritik. Ob man aber auf die Meinung von Leuten, die sich selber als "Vertreter der Szene" betrachten, wirklich etwas geben sollte, wenn diese die Waffe nicht einmal in der Hand hatten, bleibt jedem selbst überlassen... ^^


Die einzig richtige Art, ein M14 zu halten... (Columbia Pictures Corporation)

Zwei häufig wiederholten Kritikpunkten werden wir uns hier aber widmen: dem Plastikschaft und der Schußstärke. Doch dazu später mehr.



Lieferumfang

Zunächst einmal zu den Fakten. Die Waffe kommt in einem sehr schmalen, dafür aber fast 120cm langen Karton daher. Im Inneren geht es sehr aufgeräumt zu, denn neben der Waffe mit eingelegtem Magazin findet sich nur noch eine großformatige Anleitung. Wobei "Anleitung" in diesem Fall fast eine Übertreibung ist, denn tatsächlich enthält sie nur eine doppelseitige Explosionszeichnung (mit chinesischen Teilebezeichnungen) und die üblichen Sicherheitshinweise auf der Rückseite.
Offenbar hat es sich in Taiwan herumgesprochen, daß es in Deutschland so ein Supportforum gibt, in dem alle Handgriffe, die man zur Wartung benötigt, komplett bebildert beschrieben werden. Das ist selbst für Ausländer noch verständlich genug. Also kann die Anleitung eben etwas einfacher ausfallen... ;)

Das weitere Zubehör ist etwas versteckt untergebracht und man findet es eher durch Zufall. Oder durch Nachfragen. Der Speedloader, die Austauschfeder für das Magazin und ein kleiner Inbusschlüssel liegen gut verpackt im Putzzeugfach im Schaft! Gar nicht dumm, denn so fliegt nichts durch den Karton und man hat die Teile immer dabei. Für viel mehr, ausgenommen vielleicht mal zwei CO2-Kapseln wenn es passende Magazine gibt, kann man das Fach auch nicht nutzen.



Erster Eindruck

Wenn man das M14 aus dem Karton nimmt, merkt man erst, wieviel fünf Kilo tatsächlich sind! Der Unterschied zum eineinhalb Kilo leichteren M16 ist so deutlich, daß man die Skepsis der GIs in Vietnam verstehen kann, als sie die neuen Waffen ausgehändigt bekamen. Das M14 ist schwer und massiv, dagegen wirkt das M16 wie eine Spielzeugwaffe!

Die Verarbeitung der WE ist tadellos und dürfte auf dem bis jetzt höchsten Niveau aller AWSS-Waffen liegen. Alle Metallteile sind grau eloxiert, wobei es verschiedene Abstufungen gibt, ganz so wie bei den echten Waffen. Es ist zwar weiterhin nicht alles aus Stahl, was aus Kostengründen auch gar nicht möglich wäre, aber aus stabilen Aluminiumlegierungen. Aus Stahl sind dagegen der Lauf, sowie einige Teile der Abzugsmechanik.

Wie oben bereits angeschnitten, gab es eine Menge Kritik an der Tatsache, daß der Schaft aus Plastik besteht. Nun, das ist zunächst einmal nicht ganz korrekt, denn er besteht aus Fiberglas. Das Material ist so dick wie Holz und absolut verwindungssteif. Wer einmal ein chinesisches AEG-M14 in der Hand hatte, weiß, wie sich das ABS durchbiegt und knarrt. Davon ist hier nichts zu spüren.
Das Holzimitat ist leider nicht ganz so gut gelungen, weil es extrem gleichmäßig ausfällt. Etwas mehr Struktur wäre optisch gefälliger gewesen. Als Grundlage für einen Paintjob ist es aber hervorragend geeignet. Und wen es zu sehr stört, der kann sich natürlich auch einen Echtholzschaft besorgen. Allerdings ist das Angebot in Deutschland noch gering. Und AEG-Schäfte sind zu schmal!

Etwas abschreckend wirkt dagegen der obere Handschutz. Er besteht aus glänzend braunem ABS und ist damit... originalgetreu! Wer Bilder des echten M14 durchsucht, wird dort auf genau solche Teile stoßen. Gerade in den späten 50er und frühen 60er Jahren waren Plastikbauteile oft hochglänzend wie Spielzeug.


(Warner Bros. Pictures)

Ähnliches läßt sich über das Magazin sagen, daß mit seiner dunkelgrünen Farbe sehr gut in diese Ära paßt. Immerhin besteht die Magazinhülle aus Stahlblech und verbirgt im Inneren ein Magazin mit dem prinzipiell bekannten Aufbau. Es gibt einen separaten Gastank und eine Kugelzuführung. Einzig die Bolt-Stop-Mechanik ist etwas einfacher als beim M4 und läßt sich nicht mehr abschalten. Aber das war ohnehin ein Feature, das mehr für Verwirrung sorgte, als das es geholfen hätte.



Technik

Wie bereits erwähnt, baut das M14 auf dem "Open Bolt System" auf und war tatsächlich sogar die erste WE-Waffe mit diesem System. Wegen der langen Entwicklungszeit kamen aber die Nachrüstsätze für die PDW und mittlerweile auch M4 und SCAR schon vorher auf den Markt.
Die Mechanik beim M14 ist allerdings auch ein ganzes Stück aufwändiger. Hier bewegt sich nicht nur der Verschluß gradlinig zurück, sondern die Verschlußklappe kippt dabei noch ab. Zusätzlich bewegt sich noch der Gaskolben im Inneren der Waffe. Insgesamt kommt man da auf eine ziemlich große bewegte Masse und viele Einzelteile.

Das Hop-Up weicht ebenfalls von den alten Waffen ab, es entspricht im Aufbau dem der Marui 1911. Das hat vor allem den Vorteil, daß das Einstellrad einrastet und sich dann nicht selbst verstellen kann. Außerdem sind Ersatzteile, wie das Hop-Up-Gummi, sehr leicht zu beschaffen.



Wenn man den Verschlußfang einrasten lassen möchte, zum Beispiel um den Ladezustand zu prüfen, muß man in die "Patronenkammer" greifen und dort einen verchromten Hebel umklappen. Das geht am besten von unten, wenn man das Magazin heraus genommen hat. Einen automatischen Verschlußfang, der auch ohne Magazin greift, gibt es nicht. Ra-Tech liefert aber zusammen mit seinem NPAS-Kit einen solchen gefederten Hebel mit.

Die Sicherung läßt sich, wie man es bei amerikanischen Waffen gewohnt ist, nur im durchgeladenen Zustand betätigen. Der Schieber, vorne im Abzugsbügel angebracht, ist im gesicherten Zustand direkt vor dem Abzug und damit etwas im Weg. Drückt man ihn nach vorne, ist die Waffe entsichert. Das geht ganz leicht und praktisch geräuschlos.

Der Feuerwahlhebel ist beim M14 separat von der Sicherung und hier natürlich ohne Funktion. Von der Ergonomie späterer Waffen hat er auch noch nichts, denn weder ist die gerade gewählte Einstellung direkt zu erkennen, noch kann man ihn ohne umzugreifen umschalten. Von daher ist es nicht einmal schade, daß man ihn in Deutschland gar nicht braucht...



Schußtest

Wenn man das WE M14 einschießt, fällt vor allem Eines gleich auf: 10 Meter sind noch keine Herausforderung! Auf 10 Meter habe ich eine Streuung von maximal 3 Zentimetern gehabt, und das war freihändig! Erst ab etwa 30 Meter ergibt sich doch ein deutlich anderes Schußbild, was sicherlich auch an der nicht so richtig konstanten Leistung liegen wird. Hier ist sicherlich noch Verbesserungspotential drin, obwohl die Waffe, für eine Airsoft, schon eine hervorragende Leistung zeigt. Ein Tuning-Barrel von JBU und vielleicht noch ein besseres Hop-Up würden allerdings noch etwas herauskitzeln können...

Die Chronywerte im Einzelnen:
136,1 m/s
137,9 m/s
125,0 m/s
124,6 m/s
127,5 m/s



Dabei ist das Schußgeräusch ziemlich laut uns eines der besten, die ich jemals bei einer Airsoft gehört habe! Das metallische Aufeinanderschlagen ist so typisch und so... klasse, da kommt keine andere Airsoft auch nur entfernt heran. Dafür verbraucht dieser Spaß auch nicht wenig, mit einer Gasfüllung kam ich auf etwa 30 Schuß. Mit der Austauschfeder kommt man also gerade so hin. Es gibt zwar Berichte über bis zu 80 Schuß mit einer Füllung, aber das ist wohl nur in Extremsituationen drin. Üblich ist das nicht.

Die Visierung besteht aus einer Kimme, die über zwei Stellräder in Schritten eingestellt werden kann. Das Korn ist fest. Das Zielbild ist durch die Ringkimme nicht ganz so klar wie beim M16, aber ausreichend. Wer genauer schießen will, wird ohnehin ein Zielfernrohr montieren.



Wartung/Tuning

Zu den Besonderheiten eines M14 gehört, daß es extrem leicht zu zerlegen ist. Und das ist auch bei der WE nicht anders. Man muß nur den Abzugsbügel nach vorne hebeln, dann läßt sich die komplette Abzugsgruppe nach unten herausziehen. Nun kann man den Lauf samt Verschlußgehäuse aus dem Schaft herausziehen. Damit sind dann alle Teile zur Reinigung und Wartung zugänglich. Und auch das Hop-Up kann nun eingestellt werden, da sich die Einstellschraube rechts unter der Führungsschiene verbirgt. Einfach den Verschluß einen halben Zentimeter zurückziehen und die Führungsschiene wegklappen. Im unausgebauten Zustand ist die Schraube nur mit sehr viel Fummelei zu erreichen und dürfte dann auch schnell abgedreht sein.

Wirklich viel Tuning braucht das M14 nicht. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es schon ein NPAS-Kit von Ra-Tech, das die Leistung auf etwas über 2 Joule erhöht. Unbedingt notwendig ist das nicht. Man kann sein Geld aber auch ganz gut in äußere Bauteile stecken, wie Slings, Zielfernrohre oder gar einen Holzschaft. Vielleicht bald auch in einen JBU-Barrel oder, wenn die ersten Versuche dazu erfolgreich sein sollten, einen Marui-VSR-Barrel.



Fazit

Nachdem der wiederauferstandene GBB-Rifle-Markt zunächst mit AR-15-Varianten geflutet wurde (woran auch WE nicht ganz unschuldig war), ist es doch immer wieder erfrischend, mal etwas ganz anderes zu sehen. Und genau das macht WE jetzt. Erst das SCAR, die PDW und nun das M14. Und es geht weiter, noch dieses Jahr soll das M14 als EBR veröffentlicht werden, eine kurze SOCOM wird ebenfalls bald folgen.

Das M14 ist vielleicht nicht die "4-Joule-Super-Sniperwaffe" geworden, die sich so mancher erhofft hatte. Wobei ja noch gar nicht fest steht, ob sich das nicht bewerkstelligen läßt...
Es ist aber ein technischer Leckerbissen und für einen Reenactor, der die Vietnamzeit nachstellt, ein absolutes Muß! Da das M14 bis in die heutige Zeit verwendet wird, ist es aber auch für viele moderne Ausrüstungen passend. Denn eines sollte man als Spieler nicht unterschätzen: was dem M14 vielleicht an Joule fehlt, macht es durch Schalldruck wett! Dieses Schußgeräusch auf der falschen Seite stehend zu hören, flößt Respekt ein! Auch Besitzern einer GBB!



Geschichte

Nach dem 2. Weltkrieg liefen verschiedene Projekte zur Verbesserung des M1 Garand, das zu seiner Zeit als eine der besten Militärwaffen galt. Trotzdem hatte es auch Nachteile, wie den fehlenden Vollauto-Modus und die umständlichen 8-Schuß-Ladestreifen. Daher gab es schon frühzeitig Versuche, das Garand in ein modernes Sturmgewehr umzubauen. Da sich die .30-06 Springfield als zu lang und zu unhandlich erwies, entwickelte man bei Winchester eine verkürzte Patrone auf Basis der .300 Savage, die aber trotzdem noch eine vergleichbare Leistung erbringen sollte. Dieses Kaliber sollte als "Win .308" (7,62x51) die neue Standardmunition der NATO werden.

1957 wurde dann die T44, eine Entwicklung der Springfield Armory, als M14 offiziell eingeführt. Während des Vietnamkrieges zeigten sich aber schnell die Nachteile des Gewehres im Dschungelkrieg. Das M14 war zu lang für dichtes Gestrüpp und die Munition im Vergleich zur russischen 7,63x39 zu schwer. Der starke Rückstoß der Patrone machte gezieltes vollautomatisches Feuer fast unmöglich und die Holzschäfte quollen im feuchtheißen Klima Asiens auf und blockierten die Waffe. Die dann als Ersatz verbauten Plastikschäfte machten die Waffe wiederum zu leicht für gezielte Feuerstöße. So wurde das M14 bis 1970 mehr und mehr durch das neue M16 von Colt abgelöst, das alle diese Nachteile nicht hatte.

Trotzdem war damit die Karriere des M14 nicht vorbei! Ein Teil der Gewehre wurde als Sniper- bzw. "Designated Marksman"-Waffen beibehalten. Bis heute in das M14 (bzw. deren Abwandlung zur M21 und EBR) als solches im Einsatz. Teilweise wurden sogar eingelagerte Waffen für Truppen im Irak oder in Afghanistan aus den Arsenalen geholt, weil sich die Reichweite und ballistische Leistung der 5.56 mm Patrone als unzureichend erwiesen hatten. Erst in den nächsten Jahren sollen Neuentwicklung wie das SCAR-Heavy und das HK417 das M14 endgültig ablösen. Nach mehr als 50 Jahren im Dienst eine würdige Nachfolge.



Links

http://world.guns.ru/assault/as15-e.htm
http://en.wikipedia.org/wiki/M14_rifle
http://www.hk94.com/m14.html
http://www.nazarian.no/wep.asp?id=287&gr…d=97&lang=0&p=8
Mit freundlichen Grüßen
Elchinator

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