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Elchinator Männlich

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Sonntag, 28. November 2010, 12:41

WE G39C


Material: ABS und Metall
Hop-Up: einstellbar
Gewicht: 2,750 g
Länge: 710.0 mm
Magazin: 30 Schuß
Stärke: bis 1,5 Joule



Einleitung

In Deutschland gehört das G36, als Standardwaffe der Bundeswehr, schon lange zu den beliebtesten Airsoftwaffen. Nicht ganz überraschend kam das G36 auch bei unserer Abstimmung zur "Wunschwaffe von WETTI" auf Platz 1!
Nun gibt es endlich eine Alternative zu den AEGs, bei denen so ziemlich jede erdenkliche Variante (bis hin zu Bastarden aus G36 und M4) in jeder Preisklasse erhältlich ist. Eine große Lücke wurde geschlossen - das WE G39C ist da!

Für diejenigen, die es tatsächlich noch nicht gehört haben sollten: ja G39c. Seit Umarex die Lizenzrechte von Heckler & Koch erworben hat, gibt es für andere Hersteller deutliche Beschränkungen beim Bau und der Benennung von Waffen. Zumindest hier in Deutschland, im nahen Ausland ist das teilweise sehr viel entspannter...

Das WE G39C entspricht allerdings genau der Variante, die wohl die häufigste auf dem Markt ist: dem kurzen G36C. Angefangen mit Tokyo Marui vor vielen Jahren, ist diese Version unzählige Male geklont worden. Und nun gehört auch WE zu den Produzenten, allerdings mit der ersten GBB-Version weltweit.


Lieferumfang

Ich bin mir nicht sicher, ob auch bei WE so langsam das Verpackungsdesign Einzug hält oder einfach nur ein besonders günstiger Aufkleberhersteller in Taiwan die Tore geöffnet hat. Auf jeden Fall ist man auch bei WE jetzt dazu übergegangen, die Beschriftung auf der Box in Form von Aufklebern zu machen. Allerdings nicht so umfangreich wie SRC. Ein kleiner, dafür aber bunter Aufkleber ist zumindest ein Anfang. ^^



Im Inneren ist die Waffe sicher in Pappzwischenwänden fixiert, das Magazin (bei mir noch zusätzlich in Noppenfolie verpackt), ein Speedloader und die Anleitung verlieren sich fast darin. So weit also alles beim Alten.


Erster Eindruck

Die Waffe ist, trotz der Unmengen an Plastik, sehr solide. Kein Wackeln, kein Knarzen, bei Biegen. Und auch Gußgraten findet man zwar, sie sind aber klein und stören nicht. Bei genauerem Hinsehen findet man aber auch eine Menge Verstärkungen aus Metall, die dem Gewehr zusätzliche Stabilität verleihen. Natürlich ist das Plastik nicht mit dem Realsteel-Vorbild zu vergleichen. Aber das kostet ja auch mal eben ein Mehrfaches. Selbst die Schulterstütze kostet für das Original mehr als das komplette WE G39C. Man sollte also nicht erwarten, daß man mit der Waffe genau so rüde umgehen kann. Zu viel Sorgen muß man sich aber auch nicht machen. Die AEGs, die bei weitem nicht so stabil gebaut sind, halten auch eine Menge aus.



Wie beim Original, ist auch hier die Picatinny-Schine auf der Visierschiene aus Polymer, also Plastik. Beim echten Vorbild mag die mehr aushalten, muß sie hier aber gar nicht. Die gängigen Rotpunktvisiere sitzen jedenfalls fest und hinterlassen auch keine verräterischen Spuren. Im Inneren der Schiene ist auch wieder Metall verbaut, das sicherlich zur Stabilität beiträgt.
Im Gegensatz zu früheren AEG-Modellen werden hier sogar noch drei Picatinny-Schienen aus Metall mitgeliefert. Neben der obligatorischen unten, noch zwei seitliche. An Montagemöglichkeiten mangelt es also nicht, eher an legalen Goodies, die man auch montieren könnte. Deswegen ist es gut, daß sich die Schienen auch problemlos abnehmen lassen. Die Gewinde im Vorderschaft sind aus Messing und werden sich daher nicht so schnell abnutzen.



Der Klappschaft sitzt absolut fest und wackelfrei auf seiner Stahlachse. Über den Knopf auf der linken Seite läßt er sich lösen und auch die rechte Seite umklappen, wo er in den Hülsenabweiser eingehakt wird.



Die Visierung besteht aus einem fixen Dachkorn mit Kornring und einer verstellbaren Kimme. Dabei kann zwischen einem Ghostring und einer Rechteckkimme umgestellt werden. Die Visierung ist gut genug für kurze Entfernungen, auf weite Strecken ist das Korn aber zu grob.



An Markings findet sich - ungewöhnlich für eine WE in Deutschland - erstaunlich viel. Ob sie einem zusagen, ist wieder eine andere Frage. Jedenfalls gibt es auf der linken Seite einen Aufkleber aus Metallfolie, mit der Beschriftung "WE G39C","Kal. 5,56mmx45" und einer Seriennummer. Vielleicht nicht das Nonplusultra, aber in Asien gibt es schon "Ersatzaufkleber" mit originalgetreuen Markings... Außerdem ist der Feuerwahlhebel korrekt beschriftet, hier in der internationalen Variante mit Symbolen.



Das Magazin besteht, wie alle WE-Magazine, aus einer äußeren Hülle mit einem massiven Gastank aus Metall. Die Hülle ist hier aus transparentem, leicht rauchfarbenem Plastik. Allerdings gibt es keine nachgemachten Patronen, die hindurchscheinen. Mit einem simplen Umbau läßt sich das aber beheben.


Technik


Von links nach rechts: M14, G39C, PDW Open Bolt, M4 normal

Wie man an den verschiedenen Magazinen sehen kann, sind auch die "Open Bolt"-Systeme nicht durchgängig identisch. So ist die Gasöffnung bei den beiden neueren Waffen ganz nach vorne an die Kugelzuführung gerückt. Das bedeutet auch, daß sich M4-Magazine auch mit einem Adapter nicht im G39 verwenden lassen. Denn selbst wenn ein Adapter die Gasöffnungen verbinden würde, läge das Magazin zu weit unten, als daß das Schlagstück noch das Ventil erreicht oder das Nozzle die BBs... Trotz aller Ähnlichkeiten ist das G39-Magazin also ein neues System, alte Magazine lassen sich nicht verwenden.
Die Magazine lassen sich selbstverständlich untereinander verbinden und zu Zweier-, Dreier- oder sogar Viererpacks bündeln.

Kommen wir zum Zerlegen der Waffe. Man muß lediglich die drei Haltepins aus dem Gehäuse ziehen (die sich dann auch korrekt in den Löchern der Schulterstütze verstauen lassen) und schon lassen sich Vorderschaft, Magazinschacht und Griffstück abnehmen. Nun klappt man noch den Hinterschaft um und kann jetzt die Bodenplatte und Rückholfeder leicht angewinkelt herausziehen. Als letztes kommt der Verschluß aus dem Gehäuse.



Was zunächst auffällt, ist die massive Bodenplatte aus Metall. Daß die einmal brechen könnte, ist wohl eher unwahrscheinlich. Damit wäre der wesentliche Kritikpunkt vom SCAR schon einmal beseitigt. Zusätzlich gibt es sogar noch einen Gummipuffer, wie er in der Open-Bolt-PDW verwendet wird. Das dürfte dann wohl materialschonend genug sein.



Weniger gut gefällt der Durchladehebel aus Plastik. Der wirkt zwar nicht empfindlich, ist aber eben auch nicht so stabil wie einer aus Metall. Hier wird sich sicherlich bald ein passendes Tuningteil bei den üblichen Zulieferern finden. Der Durchladehebel funktioniert auch nicht als Forward-Assist, wie beim Original. Das ist aber eher positiv zu bewerten, denn wenn die Waffe nicht mehr ordentlich repetiert, muß man sie reinigen oder reparieren. Und nicht mit Gewalt zum nächsten Schuß zwingen!

Die Abzugsmechanik entspricht der aus M4, SCAR oder PDW bekannten, was wiederum zweischneidig ist. Einerseits sind alle bekannten Teile wieder da, wo man sie erwartet. Tuningteile der älteren Waffen passen auch hier. Andererseits ist dadurch die Funktionsweise anders als beim Original. So läßt sich die Sicherung nicht bei ungespannter Waffe einlegen, wie es beim G36 ja geht. Dem Anspruch als "Trainingswaffe" wird das G39C so nicht gerecht, als Airsoft ist der Unterschied zu verschmerzen.



Und noch ein Unterschied zum Original fällt auf: der Knopf zum Lösen des Verschlußfangs (vor dem Abzug) läßt sich nicht verwenden, um den Verschluß zu arretieren. Das geht nur, mit einem leeren Magazin, oder, wenn man das Magazin entnimmt und mit dem Finger von innen den Verschlußfang hochdrückt. Hier gibt es aber schon Anleitungen, wie man den Mechanismus modifizieren kann. Benötigen tut man es aber nur, um das Hop-Up einstellen zu können.

Überhaupt, das Hop-Up. Von außen ist es hier etwas schwer zu erreichen. So richtig gut geht es nur mit zerlegter Waffe. Aber es geht auch so, nur sollte man dazu einen Schraubendreher oder ein ähnliches Werkzeug haben, denn man muß von oben durch Öffnung, über der der Durchladehebel liegt. Aus Platzgründen geht es halt nicht besser.



Ein letzter Absatz noch zum Mag-Catch. Der ist nicht, wie beim Original, Bestandteil des Magazinschachtes, sondern des Griffstücks. Das mag eine Abweichung vom Realstück sein, entspricht aber der Bauweise aller AEGs seit Tokyo Marui! Damit sind einerseits alle äußeren Bauteile für AEGs kompatibel mit dem G39C, andererseits kommt gar nicht erst der Verdacht auf, hier wäre ein Austausch mit echten Abzugsgruppen möglich. Und, so blöde die Idee auch ist, sie ist nicht blöd genug, als daß amerikanische Bundesbeamte sie nicht haben könnten. Jedenfalls ist genau das schon vorgekommen.


Schußtest

Die Schußstärke lag bei den Messungen etwa bei 1,2 Joule. Das kann aber auch an der Nozzleeinstellungen der Reviewwaffe gelegen haben, denn bis zu 1,5 Joule wurden in anderen Tests ermittelt.
Dafür ist die Präzision für so eine kurze Waffe sehr gut. Auf 6 Meter Entfernung lag die Streuung bei ca. 2,5cm.


Bei 10 Metern dann bei etwa 7cm (jeweils mit 0,25er BBs).


Der Verbrauch war dabei aber erstaunlich niedrig - oder der Gastank ist deutlich größer als bei den M4-Magazinen. Es waren jedenfalls locker um die 80 Schuß drin, sicherlich ein Rekord für WE-GBBRs. An zu geringer Power hat es auf jeden Fall nicht gelegen, denn der Rückschlag der Waffe ist ziemlich stark! Das Schußgeräusch ist ebenfalls laut und es kommt eine ziemliche Gaswolke aus der Mündung.


Tuning

Praktisch mit dem Verkaufsstart in Asien wurde auch gleich das erste Tuning angeboten. Zum Einen passen, dank der Kompatibilität der Teile, auch AEG-Frontsets oder Visierschienen. So ist ein Umbau auf die G36- oder G36K-Varianten selbst für Anfänger kein Problem. Außerdem passen natürlich viele interne Tuningteile für die Open-Bolt-Waffen, zum Beispiel von RA-Tech.

So gesehen könnte das G39C sogar die WE-Waffe mit dem größten Angebot an Tuningteilen sein! Alleine der Markt an AEG-Gehäuseteilen ist riesengroß. Lediglich bei den Inner-Barrels fehlen noch etwas die Erfahrungsberichte. Aber wegen der schon sehr guten Leistung des normalen Laufs, ist das eher für Umbauten auf längere G36-Versionen interessant.

Weitere Tuningteile werden bald folgen, so ist von WE selbst ein Umbau-Kit auf die K-Version angekündigt. Dieses Kit dürfte dann auch gleich einen längeren Inner-Barrel enthalten. Außerdem ist bereits ein vergleichbares Kit von RA-Tech erhältlich.



Fazit

Schon lange vor seiner Veröffentlichung war das GBBR-G36 die gefragteste Waffe auf dem Airsoft-Markt, in Deutschland, aber auch im Ausland. Nun hat WE ein solches vorgelegt und es erfüllt eigentlich alle Erwartungen, die man an so eine Waffe haben kann. Die Kinderkrankheiten der ersten WE-Modelle sind beseitigt, das Open-Bolt-System hat sich als zuverlässig und stabil erwiesen. Die Schußleistung des G39C ist auf einem hohen Niveau, das auch mit anderen Waffen locker mithalten kann. Somit hat das WE G39C tatsächliche die Chance, die beliebteste und verbreiteteste aller WE-Waffen zu werden. Der Preis, der sich sicherlich in den unteren Regionen bewegen wird, sollte dazu sein Übriges tun.
Jedem, der nicht zwingend auf die alten M4-Magazine angewiesen ist, kann man die Waffe ohne Bedenken empfehlen!




Geschichte

Die Entwicklung des neuen Sturmgewehres G36 verlief alles andere als geradlinig. Ursprünglich wurde von Heckler und Hoch ein hochmodernes Gewehr mit hülsenloser Munition entwickelt. Diese als "G11" bekannte Waffe stand kurz vor ihrer Einführung, als mit dem Mauerfall in Deutschland und dem Zusammenbruch der Sowjetunion eine völlig neue Lage eintrat. Die Bundeswehr formulierte ihre Ausschreibung neu und teste nun bereis am Markt befindliche Gewehre. Neben dem Steyr AUG kam auch das HK50 in die engere Auswahl und gewann letztendlich. Ab 1997 wurde das neue G36 dann bei der Truppe eingeführt, weitere Versionen, wie das G36K folgten bald.
Heute ist das G36 auch in vielen anderen Ländern im Einsatz, die kurze Version G36C hauptsächlich bei Polizeien und militärischen Spezialeinheiten.

Mit freundlichen Grüßen
Elchinator

<- NSA/XKeyScore jamming active