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Elchinator Männlich

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Montag, 23. Mai 2011, 22:14

WE L85A2



Geschichte

Die Entwicklung der als SA80 (Small Arms for 1980s) designierten Waffe begann in der 60er Jahren, als sich die Ablösung der britischen Variante des FN FAL (L1A1) abzuzeichnen begann. Auch die bis dahin verwendete NATO-Standardmunition 7,62x51 sollte gegen eine moderne Patrone ausgetauscht werden. Da bis Ende der 70er noch nicht klar war, ob die amerikanische .223 Remington für die NATO übernommen werden sollte, entwickelten die Briten ein eigenes Kaliber 4,85mm, dessen Hülse allerdings der Remington entsprach. Um die Patrone herum wurde ein experimentelles Gewehr gebaut, das in seinem Äußeren noch dem Enfield EM-2 sehr ähnlich war, einer Bullpup-Waffe, die kurz nach dem zweiten Weltkrieg entwickelt worden war. Das Bullpup-Prinzip beruht darauf, den sonst ungenutzten Platz im Hinterschaft für die Abzugsmechanik zu verwenden. Auf diese Weise erhält man eine Waffe, die zwar extrem kompakt ist, aber trotzdem einen Lauf in regulärer Länge verwenden kann.

Zum Vergleich:

Quellcode

1
2
3
       Gesamtl.  Laufl.
L85A2  780mm     518mm
M16A2 1006mm     508mm


Das L85A2 hat also einen längeren Lauf als das M16, ist aber insgesamt deutlich kürzer. Allerdings erkauft man sich diesen Vorteil mit einer komplizierteren Abzugsmechanik.



Mit der NATO-Entscheidung, die belgische Version der .223 (SS-109) als Standardmunition zu verwenden, mußte das SA80 schnell auf das neue Kaliber adaptiert werden. Verzögerungen durch den Falklandkrieg führten dann zu einer Einführung ab 1984. Dabei sollte das L85A1 sowohl das L1A1 als auch die Sterling Maschinenpistole ersetzen, als zusätzliches lMG sollte eine Variante mit schwererem Lauf (L86) dienen.

Von Anfang an waren die neuen Waffen mit schweren Problemen behaftet. Die Waffen funktionierten unzuverlässig und mußten immer wieder durch den Austausch von Teilen nachgebessert werden. So konnten durch die ungünstige Platzierung des Magazinknopfs die Magazine im Gefecht herausfallen. Die Blechprägeteile führten zu Ladehemmungen und die Plastikteile von Griff und Vorderschaft wurden bei Kälte spröde und brachen.

Insbesondere im zweiten Golfkrieg Anfang der 90er konnte das Gewehr praktisch nicht eingesetzt werden, da der Wüstensand ständig zu Funktionsstörungen führte. Erst 1997 wurde dann ein umfassendes Programm zur Aufrüstung und Fehlerbehebung gestartet. Dabei wurden von Heckler&Koch, die sich damals im Besitz der British Royal Ordnance Company befanden, 200.000 Waffen zur L85A2-Konfiguration umgebaut. Dabei werden fast die kompletten Innereien ausgetauscht, während das Äußere weitgehend erhalten bleibt. Lediglich Details, wie der Durchladegriff, der durch die neue Form ausgeworfene Patronenhülsen nicht mehr in die Kammer zurückprallen läßt, lassen den Unterschied erkennen.

So konnten die Probleme der Ursprungswaffe weitgehen behoben werden und das L85 ist zu einer zuverlässigen Waffe geworden, die noch mindestens bis 2020 im Einsatz bleiben wird.



Airsoft

WE gehört wohl zu den ganz wenigen Firmen, bei denen man den Entwicklungsfortschritt der Firma selbst fast "live" verfolgen kann. Das fing mit dem M4 an, dem binnen weniger Monate drei Versionen erschienen. Das führte natürlich zu Unmut bei den ersten Käufern, was sicherlich verständlich ist. Auf der anderen Seite muß man es WE auch anrechnen, daß sie nicht wie andere Firmen erst einmal die alte Ware zehn Jahre lang abverkaufen und dann die ersten kleinen Änderungen groß vermarkten.
Und so gingen die technischen Entwicklungsschritte zügig voran. Vom Druckgussgehäuse (M4) zu CNC (SCAR), vom geschlossenen Messingzylinder zum "Open Bolt" (PDW), vom technisch einfachen Verschluß zum mechanisch anspruchsvollen (M14). Und zuletzt sogar eine Waffe, die mit neu designtem Magazin und hochwertigem ABS-Gehäuse überall hoch gelobt wurde (G39c). Die Meßlatte liegt dementsprechend hoch.



Aber auch mit dem L85 hat WE wieder ein paar Neuerungen eingebracht, die die technische Fortentwicklung zeigen. Es ist die erste Waffe von WE mit einem im Blechprägeverfahren hergestellten Body. Die erste Bullpup-Waffe. Und die erste, die sogar in einer Version mit optischem Visier ausgeliefert wird. Bei der Testwaffe handelt sich aber um die Standardvariante mit Tragegriff und mechanischer Visierung.

Die Waffe wird wie immer in einem schlichten Pappkarton mit einem kleinen Aufkleber geliefert. Dank der tagelangen Mißhandlung durch einen inkompetenten Paketdienst, war die Waffe im Karton ziemlich hin und hergeflogen und hatte Löcher hinein geschlagen. Aber es spricht für die Waffe, daß diese das ohne Schaden überstanden hat. Der übrige Lieferumfang war ebenfalls unbeschädigt: das (in Noppenfolie verpackte) Magazin, ein Speedloader, ein winziger Inbusschlüssel für die Hop-Up-Verstellung und die Anleitung.



Obwohl "Blechprägetechnik" ein wenig nach "krude, grob verarbeitet, billig lackiert" klingt - was für AK-Varianten ja auch zutrifft - ist das WE L85 erstaunlich hochwertig verarbeitet. Man muß sich schon fragen, ob hier nicht sogar das Vorbild noch übertroffen wurde. Immerhin ist die Oberfläche sehr präzise ausgeformt und beschichtet. Sie wirkt sogar noch hochwertiger, als die in dieser Hinsicht bisher ungeschlagenen CNC-Teile des SCAR. Keine Spur von billigem, abplatzendem Lack.
Der Magnettest bestätigt dann auch gleich, daß das Gehäuse wirklich aus Stahlblech besteht. Ebenso sind Flashhider und Abzugsbügel aus Stahl. Lauf oder Tragegriff scheinen dagegen wieder aus Aluminium zu sein, was angesichts der Dicke und Stabilität aber kein Nachteil ist. Markings gibt es keine, sieht man einmal von der Beschriftung des Selectors und den unvermeidlichen Importeursmarkings ab. Die Plastikteile, die auf manchen Bildern extrem grün wirken, sind in Wirklichkeit eher blaß-oliv. Es ist auf jeden Fall der Farbton, den man auch auf Bildern der echten Waffe findet.



Nimmt man die Waffe das erste Mal in die Hand, fällt sofort die ungewohnte Gewichtsverteilung auf. Der größte Teil des Gewichts liegt hinter dem Pistolengriff. Hat man die Waffe aber erst einmal in die Schulter gezogen, sitzt sie, auch dank des gummierten Bodens, gleich komfortabel. Vor allem, daß man die unterstützende Hand nicht so weit nach vorne strecken muß, ergibt eine sehr ergonomische Haltung.
Daß der Fire-Selector hinten am Schaft nur durch umgreifen zu erreichen ist, stellt für uns in Deutschland kein Problem dar. Bei der echten Waffe ist das sicherlich ein Nachteil. Und die Sicherung - ein kleiner Bolzen oberhalb des Abzugs - ist ungewöhnlich, aber funktional. Die Sicherung läßt sich auch bei ungespannter Waffe betätigen und verriegelt den Abzug.



Etwas unpraktisch ist die Position des Durchladehebels auf der rechten Seite. Mit der rechten Hand ist er schwer zu betätigen, weil die Linke die Waffe nicht alleine halten kann. Um ihn mit der linken Hand zu erreichen, muß man die Waffe drehen. Der Fireselector kann überhaupt nur mit der linken Hand erreicht werden, wobei das in Deutschland ja keine Rolle spielt. Da die Sicherung ein eigenes Bauteil ist, kann man den Hebel komplett ignorieren.
Für Linkshänder ist die Waffe nicht geeignet, denn das "Patronenfenster" liegt dann direkt am Gesicht und der Durchladehebel mittendrin. Aber das ist beim Original ja nicht anders.



Unten im Pistolengriff ist noch ein kleines Fach, das mit einem einfachen Stöpsel verschlossen wird. Ob man das Fach wirklich für Batterien verwenden will, sollte man sich aber gut überlegen. Der nicht gesicherte Deckel wird durch ein paar Erschütterungen mit hoher Wahrscheinlichkeit herausfallen.
Der Vorderschaft läßt sich aufklappen, wobei das Gasgestänge zum Vorschein kommt. Eine Funktion hat es nicht, es sieht nur schön aus. Dagegen dient das Hitzeschutzblech durchaus der Stabilität.



Zeit für einen Schußtest. Subjektiv erscheint das L85 als extrem laut. Das liegt allerdings hauptsächlich daran, daß es direkt am Ohr des Schützen knallt. Ein Ohrenstöpsel ist bei längeren Gefechten also zu empfehlen. Der Rückschlag ist für so eine relativ schwere Waffe recht hoch, was auch dem massiven Verschluß geschuldet ist.
Der Verschlußfanghebel auf der rechten Seite ist leider funktionslos. Der Grund dafür mag sein, daß WE mit Rücksicht auf die Waffengesetze in den USA mechanische Unterschiede zum realen Waffen einbauen mußte. Der Verschluß läßt sich daher nicht komplett zurückziehen, sondern nur bis auf Höhe des Dust-Covers. Er rastet aber nach der letzten BB ein und muß durch Zurückziehen des Durchladehebels gelöst werden. Alternativ gibt es links noch einen Knopf in Form eines viereckigen Blocks. Bei mir funktionierte er anfangs nicht, mittlerweile hat sich das System aber wohl eingelaufen. Wenn man den Knopf nach unten drückt, wird der Verschluß gelöst.



Die Waffe hat, wie alle neueren WE GBBRs, das sogenannte "Open Bolt System". Das hat nichts damit zu tun, daß die Waffen zuschießend funktioniert, sondern beschreibt den Aufbau des Verschlußes. Frühere WE-Waffen hatten eine Messingröhre, auf der sich der Verschluß bewegte. Hier ist die Patronenkammer offen und damit realistischer nachgebildet.
Allerdings gehen mit dem Open Bolt System auch veränderte Magazine einher. Diese entsprechen zwar noch zu 95% den früheren, haben aber andere Zuführungslippen. Ein Austausch von Magazinen zwischen Open- und Closed-Bolt-Waffen ist daher nicht ohne Umbau möglich. Mit der Veröffentlichung von Open Bolt PDW, SCAR, M16A1, L85A2 und demnächst M4A1 gibt es aber schon eine ganze Menge an Waffen, die genau diese neuen Magazine verwenden. Zukünftig wird es auch nur noch dieses System geben.



Allgemein sind Open-Bolt-Waffen etwas schwächer als Closed-Bolt, was in diesem Fall aber immer noch 2,1 Joule mit 0,36er BBs bedeutet. Und das ist deutlich über dem Durchschnitt! In Verbindung mit einer wirklich hohen Präzision hat das L85 eine ziemlich hohe effektive Reichweite von über 40 Metern. Auf 10 Meter Entfernung waren schon mit der mechanischen Visierung Streukreise um die 5 Zentimeter drin. Mit einer guten Optik sollte sich das noch übertreffen lassen.



Das Zerlegen geht fast noch einfacher als bei einem M4, da einem die Haltebolzen regelrecht entgegenfliegen. Danach läßt sich das Gehäuse aufklappen und der Verschluß samt Federgestänge herausziehen. Der Verschlußhebel wird, genau wie beim SCAR, an der hintersten Position durch eine Öffnung herausgezogen.
Im Inneren findet man die schon seit dem M4 bekannte Abzugsmechanik, allerdings mit den neueren verstärkten Bauteilen. Das mag auch einer der Gründe dafür sein. daß WE das L85 als erste Bullpup-Waffe gebaut hat: das vorhandene System läßt sich mit relativ wenig Aufwand anpassen. Für ein AUG bräuchte man eine völlig neue Abzugsmechanik, bei der der Abzug alleine zwischen Semi und Vollauto umschaltet. Das L85 hat dagegen noch einen separaten Selector.



Um das Hop-Up einzustellen, muß die Waffe feldmäßig zerlegt werden. Theoretisch geht es zwar auch so, doch die winzige Inbusschraube ist von außen nur mit viel Gefummel zu erreichen. Warum man hier auf so ein umständliches System gewechselt ist, während es bei den zuvor gebauten Waffen (M14, G39) geradezu vorbildlich einfach war, erschließt sich nicht. Vermutlich werden Tuningfirmen wie RA-Tech hier schnell Abhilfe schaffen.



Beim Tuning kommen einem äußerliche Verbesserungen, wie SUSAT und Sling, als erstes in den Sinn. Ersteres ist mit Veröffentlichung des WE L85A2 schon erhältlich, letzterer muß bei speziellen Händlern geordert werden. Im Airsoftbereich ist da so gut wie nichts im Angebot, echte (gebrauchte) Slings sind aber für wenige Euros zu haben.
Bei den Internals ist eine "Verbesserung" ab Werk eigentlich nicht nötig, trotzdem werden auch hier die "üblichen Verdächtigen" schnell mit verstärkten/verbesserten Teilen nachziehen.



Fazit

WE hat es tatsächlich geschafft, die bisherige Linie der kontinuierlichen Verbesserungen fortzuführen. Das L85 ist keine komplette Neuentwicklung, sondern basiert technisch auf bewährten Konzepten. Mit der Bullpup-Bauform wagt man sich aber auch in neue Bereiche, die bisher bei den GBBRs überhaupt nicht berücksichtigt wurden.
Das L85A2 mag für den typischen US-Reenactor eher uninteressant sein, für Sammler und nicht so eng festgelegte Spieler ist es aber eine interessante Alternative zu PDW oder M4 CQB. Für alle UK-Reenactor ist es ohnehin Pflicht!
Es ist durch seine kompakte Form und den langen, sehr präzisen Lauf perfekt für den Wechsel zwischen CQB und weiten Räumen. Kleinere Unstimmigkeiten, wie der fehlende Verschlußfanghebel und das umständliche Hop-Up, kann man verschmerzen. Zumal es auch dafür sicherlich bald Lösungen geben wird.
Wer sich durch das krude Aussehen und den schlechten Ruf der echten Waffe nicht abschrecken läßt, erhält mit dem WE L85A2 eine technisch wie spielerisch wegweisende Airsoft. Die Kaufempfehlung ist wohl eine Selbstverständlichkeit.

Real Steel
Kaliber: 5.56x45mm NATO
System: Gasdrucklader mit Drehverschluß
Länge: 780 mm (709 mm als Carbine)
Lauflänge: 518 mm (442 mm als Carbine)
Gewicht: 4.13 kg (inkl. SUSAT, aber ohne Magazin)
Magazin: 30 Schuß
ROF: 650 rpm
Reichweite: ca. 500 Meters (mit SUSAT)

Airsoft
Gewicht: 4030g
Länge: 795mm
Lauflänge: ~440mm
Magazin: 30 Schuß
Stärke: 410 fps / 1,5 Joule
Hop-Up: verstellbar

Links
http://de.wikipedia.org/wiki/L85A1
http://en.wikipedia.org/wiki/L85a1
http://world.guns.ru/assault/brit/sa0--l5-e.html
http://www.whq-forum.de/cms/59.0.html
Mit freundlichen Grüßen
Elchinator

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