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Hal Brown

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Donnerstag, 3. November 2011, 19:49

Das „Vietnam M16“ - WE, Wirklichkeit und Spieleinsatz

Nach einer Vielzahl aktueller Modelle hat WE nun nach dem M14 einen weiteren legendären Klassiker als GBB-Waffe in Deutschland auf den Markt gebracht, der bereits bei seiner Ankündigung das Herz vieler Enthusiasten höher schlagen ließ:





Das M16A1, im Volksmund „Vietnam-M16“ genannt




Von den damaligen Truppen zunächst als „The Black Rifle“ bezeichnet, wurde es später liebevoll „Sweet little sixteen“ genannt, nicht zuletzt wegen der comic-haften Aufmachung des Manuals.




Hier ein Link, unter dem man sich das komplette Manual zum Selberdrucken oder angucken als PDF runterladen kann:

M16A1-Rifle-Comic-Book-1969



Bei dieser von Sniper-AS vertriebenen Version handelt es sich ohne Einschränkung um die von der Firma RaTech veredelte NPAS-Variante des M16.
Somit sollten zumindest von technischer Seite her keine weiteren Maßnahmen nötig sein, um das Optimum aus der Waffe herauszuholen und gleichzeitig eine erhöhte Haltbarkeit zu gewährleisten.

Das M16A1 ist in erster Linie eine Waffe für Reenactors - natürlich speziell für Spieler und Sammler, die sich der Darstellung von Charakteren des Vietnamkrieges verschrieben haben. Somit sollen hier also nicht nur Verarbeitung, Leistung und Handling des WE M16A1 betrachtet werden, sondern auch die Realitätsnähe zum Realsteel-Vorbild und damit verbunden auch die Möglichkeiten, diese unter Umständen verbessern zu müssen bzw. zu können.


Erster Eindruck

Das M16 kommt zerlegt in Upper und Lower in dem WE-typischen schmucklosen Karton mit lediglich einem Aufkleber. Dies ist nicht weiter tragisch, denn wozu Mehrkosten in Kauf nehmen für einen Designerkarton, schließlich geht es um den Inhalt.



Im Lieferumfang enthalten ist weiterhin ein Magazin samt Loadingtool, ein Schlüssel zum Verstellen des NPAS,ein kleiner Imbusschlüssel zum Verstellen des HopUps und ein spärliches Anleitungsheftchen in chinesisch und englisch. Die gebotenen Informationen hier drin sind äußerst oberflächlich, nicht einmal das Einstellen des HopUps wird erwähnt. Den informativsten Teil dieser Anleitung stellt zweifellos die Explosionszeichnung dar, ansonsten werden Neueinsteiger grademal mit den Basics der Waffe vertraut gemacht. Hier sollte WE wie die meisten anderen Hersteller auch etwas mehr Mühe verwenden.


Upper und Lower sind in Sekunden zusammengesetzt, doch wer nun glaubt, ein „Vietnamgewehr“, wie man es von vielen Fotos und Filmen kennt, in den Händen zu halten, wird etwas enttäuscht. Waffe und Magazin sind tiefschwarz, die Plastikteile leicht genarbt, und außer dem weiß hinterlegten „F“ nebst Bezeichnung und Airsoft-Kaliberangabe gibt es neben den Feuermodi-Bezeichnungen keine weiteren Markings.

Außer dem Feuermodus gibt es an Markings nur das „F“ mit der Kaliberangabe, hierbei ist anstelle des Importeurnamens ein „No Retreat“ vor dem „F“ eingraviert.

Als nächstes fällt sofort das scheinbar zu geringe Gewicht der Waffe auf.
Doch tatsächlich entsprechen die 2,84 Kilo des WE M16 fast bis aufs Gramm genau dem Gewicht des Originals. Dieses ist lediglich mit einem voll geladenen 20 Schuss Magazin etwas schwerer. Das M16 wurde übrigens damals von Kritikern auch gerne als Spielzeuggewehr bezeichnet...


Ein wirkliches Manko jedoch, das sofort sowohl optisch als auch im Handling unangenehm auffällt, ist der Handguard.





Das Ding sitzt zwar fest, ist aber in sich instabil, und die Kanten der beiden Hälften, die ja eigentlich aneinanderstoßen sollen, überlappen beim festeren Zupacken sofort. Offensichtlich wurde hier ein etwas zu weiches Material verwendet.


Ansonsten gibt es an der Verarbeitung nichts auszusetzen.
Alle Teile sitzen passgenau, nichts wackelt oder hakt. Magazinauswurf, Durchladehebel und Bolt Release funktionieren perfekt. Auch der Boltcatch funktioniert einwandfrei, hierzu muss wie bei den anderen Modellen von WE auch der kleine Schieber am Magazin in Richtung Kugelausgang geschoben werden.





Das Fieldstripping gestaltet sich wie gewohnt einfach, mit wenigen Handgriffen hat man Durchladehebel und Bolt entfernt.



Überhaupt ist der Aufbau der Waffe bauartbedingt wesentlich wartungsfreundlicher gestaltet als bei dem M14. Nach Entfernen des Bolts kann man durch den Lauf gucken, diesen bequem säubern sowie das HopUp einstellen.



Jedes Model wird offensichtlich vor dem Versand getestet und gewartet, denn alle Teile bewegen sich im wahrsten Sinne des Wortes wie geschmiert und die Waffe ist sofort einsatzbereit.



Erste Schüsse


Also erst mal Gas und BB's ins Magazin. Das mitgelieferte Loadingtool funktioniert gut, leider ist es nicht direkt auf 20 BB's ausgelegt, sondern wie alle anderen Loadingtools von WE auch nur auf 15 BB's.

Magazin rein, durchladen und die ersten paar Schüsse abgefeuert...

Sofort sind die unnatürliche schwarze Farbe und der instabile Handguard vergessen.
Geräuschentwicklung und Rückschlag sind vom Feinsten und in dieser Form bisher nur von dem M14 bekannt. Das Ding „knallt“ so laut, dass es für Zimmershooter mit Nachbarn definitiv ungeeignet ist.
Es fällt schwer, das M16 nach 3-4 Schuß aus der Hand zu legen, also mal direkt in schneller Folge das Magazin leergetriggert. Das Magazin kühlt natürlich fühlbar ab, jedoch von einem Cooldown-Effekt ist die Waffe noch weit entfernt.
Die Schüsse wurden übrigens auf ein 40 Meter entferntes mannsgroßes Blechziel abgegeben, und trotz nur hastigem Zielen hörte man nach jedem Schuß ein „Pling“.

Wie alle neueren Langwaffen von WE hat auch das M16A1 nicht mehr das alte System mit der Messingtube, sondern das Open Chamber System, allgemein auch Open Bolt genannt.



Demzufolge müssen auch spezielle Magazine verwendet werden, die alten Magazine können aber mit geringem Aufwand umgerüstet werden, da sich die beiden Magazinarten nur durch eine geänderte Zuführung unterscheiden.



Obwohl die kurzen Magazine ja theoretisch weniger Gas fassen als die herkömmlichen langen Mags, bekommt man mit einer Gasfüllung über 40 Schuß heraus, also mehr als zwei BB-Ladungen. Im Vergleich dazu ist das M14, das ja auch mit dem Open Bolt System arbeitet, ein wahrer Gasfresser.


Definitiv vorbei sind die Zeiten, in denen „Open Bolt“ gleichzusetzen war mit Leistungsverlust.
Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei der von Sniper-AS vertriebenen Version um das von RaTech überarbeitete M16A1 in der NPAS-Variante. Die Waffe wurde übrigens nicht erst hier in Deutschland umgerüstet, sondern die folgenden Teile wurden direkt bei RaTech verbaut:

RA Precision inner barrel 6.01 (51CM)
RA I - HOP UP
RA NPAS
RA steel CNC hammer
RA steel CNC sear
RA steel CNC trigger
RA TECH WE Valve Locker
RA TECH WE firing pin base

Durch dieses serienmäßige High-End-Tuning werden hohe Lebensdauer und maximale Performance vereint, denn die CNC gefrästen Stahlteile merzen bekannte Schwachstellen der Vorgängermodelle aus und erhöhen erheblich die Haltbarkeit und Zuverlässigkeit der Waffe. Präzisionslauf und HopUp steigern wie auch schon beim M14 Leistung und Präzision in hohem Maße.


Zusätzlich erlaubt das ebenfalls serienmäßig verbaute NPAS dem Spieler, die Leistung seiner Waffe individuell an die Gegebenheiten der verschiedenen Spielfelder anzupassen. Dies kann auch von einem „Nichtschrauber“ schnell und unkompliziert durchgeführt werden, denn hierzu muss lediglich der Bolt rausgenommen werden.
Das Nozzle wird mit einem kleinen Schraubenzieher oder ähnlichem gekontert, und der mitgelieferten NPAS-Schlüssel wird vorne in die Öffnung gesteckt.
Drehen im Uhrzeigersinn bewirkt, dass das Nozzle auf der Gewindestange nach vorne geschoben wird, d.h., das Volumen für die Gasmenge verringert sich – die Leistung wird geringer.
Eine Skala oder ähnliches gibt es natürlich nicht, man tastet sich einfach an die gewünschte Leistung sprich Joulezahl ran.








Leistungstest


Detaillierte Schußtests sollen nun Aufschluß darüber geben, ob das M16 die Leistung, die die verbauten Teile versprechen, auch wirklich bringt.

Getestet wurde die Waffe out of box, es wurden also keinerlei Veränderungen an NPAS oder HopUp vorgenommen.
An BB's wurden 0.20er, 0.28er, 0.36er, 0.40er und 0.43er verwendet.





Die Magazine wurden zunächst mit Ultrair Power Gas befüllt.
Die Außentemperatur betrug 22 Grad, Waffe und Magazine hatten Zimmertemperatur.
Die Magazine wurden vor jeder Serie neu befüllt.
Es wurden jeweils 7 Schuß gechront, der höchste und der niedrigste Wert wurden gestrichen, aus den restlichen der Durchschnitt ermittelt.

Hieraus ergaben sich mit dem X-Cortech 3200 folgende Werte:

0.20er 474fps/2,08 J
0.28er 427fps/2,37 J
0.36er 388fps/2,52 J
0.40er 380fps/2,68 J
0.43er 368fps/2,70 J


Für die Verwendung mit Propan eignen sich erst BB's ab einem Gewicht von 0.36, leichtere Kugeln driften zu sehr ab.
Hier ergaben sich folgende Werte:

0.36er 432fps/3,12 J
0.40er 410fps/3,36 J
0.43er 408fps/3,32



Präzisionstest:


Es wurden Ziele in unterschiedlichen, abgemessenen Entfernungen beschossen.
Gezielt und geschossen wurde sitzend aufgelegt über Kimme und Korn.




Hier zeigte sich, dass wie auch bei dem M14 die schweren Kugelgewichte mit kaum reingedrehten HopUp die beste Wahl zu sein scheinen. Der Unterschied zwischen 0.40er und 0.43 BB's ist marginal, leichtere Kugeln unter 0.40 driften jedoch insbesonders bei größerer Entfernung wesentlich mehr ab.


Die Ergebnisse:

Getränkedosen 0,1 l und 0,5 l in 25 Metern Entfernung

  • Kleine Dose: 4 Treffer bei 10 Schuss

  • Große Dose: 7 Treffer bei 10 Schuss




Ein lebensgroßer Blechtorso, Körperregion bekleidet:



In 35 Metern Entfernung:
Kopftreffer (Pling) bei 10 von 10 Schuss

In 45 Metern Entfernung:
Kopftreffer (Pling) bei 7 von 10 Schuss
Körpertreffer (Plock) bei 10 von 10 Schuss

Bei größeren Entfernungen (50-55) Metern muss ca. 50cm höher gezielt werden.
Dies läßt sich zwar durch das Reindrehen des HopUps vermindern, aber dann geht die Präzision auf 25 Metern verloren.

Der Vergleich mit dem mit den gleichen RaTech-Teilen ausgestatteten M14 zeigt übrigens annähernd identische Werte, sowohl in Leistung als auch in Präzision.



Dies ist eindeutig ein Indiz dafür, dass die Systeme mittlerweile sehr ausgereift sind und keinerlei Verbesserungen bedürfen.

Beide Waffen sind technisch als absolut konkurrenzfähig zu bezeichnen, und auch optisch brauchen sie sich nicht zu verstecken und sind auf jedem Spiel ein echter Eyecatcher.




Also sowohl in Leistung und Präzision als auch in der Verarbeitung hält das RaTech WE M16A1, was versprochen wird.



Allerdings gibt es wie oben bereits angesprochen auch Kritikpunkte, die sich jedoch nur auf die Optik beziehen.



Wie sieht es nun mit der Realitätstreue zum Vorbild aus?

Um etwas Licht in das Gewirr der vielen Modelle zu bringen, zunächst ein kleiner Blick auf die Historie des M16, denn die Geschichte kaum einer Waffe ist von so turbulenten und kontroversen Episoden gezeichnet wie die des M16.

Als die US Army Ende der 50er Jahre die Einführung einer neuen Standard-Rifle zur Ablösung des M14 suchte, vertrat man aufgrund der Erfahrungen aus den beiden vorangegangenen Kriegen und aus einem entsprechendem Forschungsprogramm (SALVO) die Meinung, dass eine hohe Feuergeschwindigkeit mit kleinerem Kaliber und ein großer Munitionsvorrat für den Soldaten wichtiger seien, als Präzision und Reichweite.
Das Gewehr der Zukunft sollte also eher eine Mischung aus Maschinenpistole und Gewehr werden, und ein erstes Ergebnis präsentierte sich in Form des von Eugene Stoner entwickelten AR-15.
Aus ähnlichen Erwägungen heraus entstand übrigens auf deutscher Seite schon 15 Jahre vorher das Stgw 44.

Die Army kam nach zahlreichen Tests in sogenannten mock-combat-situations mit AR-15, M14 und AK-47 zu dem Schluß, dass ein 8-Mann-Team ausgerüstet mit AR-15ern über die gleiche Firepower verfügt wie ein 11-Mann-Team ausgerüstet mit M-14ern.
Ausserdem konnten die GI's durch das geringere Gewicht von Waffe und Patronen mehr als das doppelte an Munition mit sich führen.

Eine Besonderheit in der Entwicklung des M16 ist, dass die Waffe bereits zum Zeitpunkt der Einführung in einem realen Konflikt unter extremen Einflüssen verwendet werden mußte.
Hierbei offenbarten sich vielfältige Unzulänglichkeiten und Schwächen, die sich unter normalen Testbedingungen wahrscheinlich nicht so eindeutig offenbart hätten.
Somit ist die Geschichte des M16A1 geprägt von permanenten Weiterentwicklungen und Veränderungen, zudem verwirren die unterschiedlichen Bezeichnungen der einzelnen Entwicklungsstufen bei den jeweiligen Teilstreitkäften.


Der besseren Übersicht halber eine Timeline mit den prägnantesten Eckdaten:


Pre 1962:
Armalite entwickelt aus dem in den 50ern von Eugene Stoner designten AR-10 das AR-15, verkauft aber mangels Produktionsaufträgen 1959 die Rechte an Colt.

1962:
Colt liefert 1.000 Stück an die "Advanced Research Projects Agency" (ARPA), die das Gewehr für Feldversuche an sie südvietnamesische Armee weitergibt.

1963:
Colt bekommt den Auftrag für 19.000 Stück an die Airforce und 85.000 Stück an die Army.

Bei der Airforce heißt die Waffe dann M16, ist aber ein unverändertes AR-15, interne Bezeichnung Colt Model 601 (ergänzt durch Model 602 mit anderer Drehung der Züge im Lauf).
Dreieckiger Handguard, Schaft ohne Fach, den 3-pronge Flashhider und keinen Forward Assist.
Auch leicht erkennbar an dem um den Mag-Release-Button glatten Lower

Bei den an die Army ausgelieferten Versionen handelte es sich um ein modifiziertes AR-15, das unter der Bezeichnung XM16E1 lief. (Die Army verwendete die Bezeichnung für "experimentell“, weil die offizielle Standard-Rifle nach wie vor das M14 war).
Neben diversen Modifikationen der Internals gelten folgende Merkmale:
Dreieckiger Handguard, Schaft ohne Fach für Putzzeug (das wurde seperat ausgegeben), Birdcage Flashhider, Forward Assist, Lower mit "Erhebungen" um den Magrelease .

1966:

Die Army ordert weitere 840.000 Stück.

1967:

Die Entwicklung ist nach weiteren Modifizierungen der Internals zunächst abgeschlossen und das XM16E1 wird unter der Bezeichnung M16A1 (Colt Model 603) offiziell als Standard-Rifle bei der Army eingeführt.

Aufgrund bekannter Probleme mit der Waffe wurden neben der Änderungen der Internals auch verschiedene Patronenfüllungen verwendet.
Die ursprünglich als wartungsarm deklarierte Waffe unterlag trotzdem weiterhin schnell ladehemmungfördernden Verschmutzungen, deshalb wurde ab 1970 das Putzzeug nicht mehr separat ausgegeben, sondern in einem Fach in den Schaft intergriert.

Alle Varianten hatten als Feuermodi FA und Semi, der 3er Burst kam erst mit dem A2, das auf Drängen des Marine Corps Ende der 70er entwickelt und in den 80ern erst bei den Marines, dann bei der Army eingeführt wurde.

Wer sich umfassender über alles rund ums M16 informieren will, wird hier fündig:
M16 Infos



Zurück zum RaTech WE:


Das WE M16A1 ist in seiner ausgelieferten Ausstattung keinem realen Modell korrekt zuzuordnen, denn einige Details stimmen nicht mit dem Vorbild überein.
Deshalb hier ein Vergleich der einzelnen Komponenten:

Beim Schaft wurde offensichtlich aus Kostengründen der Schaft der bereits vorhandenen A3-Modelle verwendet. Dieser ist 2cm länger als der Originalschaft und verfügt über das integrierte Putzfach, das beim A1 erst ab 1970 Bestandteil war. Aber auch dieser Schaft mit dem integrierten Putzfach ist 2cm kürzer als der A2 und A3-Schaft. Somit kann man auch nicht sagen, es handele sich um ein A1 von nach 1970.




Ebenfalls vom A3 ist die Slinghalterung.
Die originale A1-Halterung ist durch ein Gelenk nach vorne und hinten beweglich und zur Geräuschvermeidung mit Gummi überzogen, da die damals verwendeten Canvas-Slings hinten eine Metallklammer hatten.
Die A2/A3-Halterung hat dieses Gelenk nicht mehr sondern ist leicht drehbar und braucht wegen der neueren Slings den Gummiüberzug nicht mehr.


Ansonsten ist WE das M16 sehr gut gelungen und ist in der Tat eine sehr schöne Kopie des Originals:


Der Body entspricht von Maßen und Form her absolut dem Vorbild in der endgültigen Version für die Army von 1968.
Hier gibt es außer der Farbe nicht zu bemängeln. Auch sämtliche Bedienelemente und Anbauten wie Durchladehebel, Forward Assist, Magrelease sowie Griff und Frontsight entsprechen exakt den Originalen.



Das Frontsight sieht nicht nur genauso aus wie das Original, auch die Bajonetthalterung stimmt millimetergenau.
Ein originales M7 Bajonett passt genau und sitzt bombenfest.




Der verwendete 3-pronge Flashider ist eigentlich der falsche.
Zwar ist dieser irgendwie das klassische „Vietnamding“, tatsächlich gab es ihn aber nur bei den ersten Modellen.
Denn es wurde von den GI's schnell bemängelt, dass man damit im Dschungel ständig in den Zweigen hängenblieb, und somit wurde die endgültige Version des A1 mit einem Birdcage Flashhider versehen.

Der Handguard ist zwar von der Form her ein millimetergenaues Abbild des Originals, und auch die innen angebrachten Kühlbleche entsprechen zu 100% der realen Version, aber er hat trotz annähernd gleicher Materialstärke nicht die gleiche Festigkeit wie der originale Handguard. Das verwendete Material ist eindeutig weicher und verursacht deshalb die bereits erwähnte Instabilität.




Die 20-Schuss-Magazine entsprechen von den Abmessungen her bis auf die Patronenzuführung millimetergenau den realen Magazinen.
Die Farbe ist wie beim Body zu dunkel, läßt sich aber schnell ans Original anpassen.





Wenn also auch nicht 100%ig der realen Vietnamversion entsprechend, stimmt das WE M16A1 in den wesentlichen Punkten mit dem Vorbild überein und kann mit wenig Aufwand in ein reenactment-taugliches „Vietnamgewehr“ verwandelt werden.

Ein zwingendes Muss hierbei ist der Austausch des Schaftes gegen einen Originalschaft.
Dieser läßt sich problemlos anbringen, lediglich die Schraube zur Befestigung an der Stocktube ist etwas zu lang, da der Originalschaft ja kürzer ist als der WE-Schaft. Hier passt aber eine normale Feingewindeschraube und fixiert den neuen alten Stock sicher und fest.
Vorsicht übrigens beim Abnehmen des Schaftes, dieser fixiert eine kleine Feder, die den hinteren Bodypin in Position hält.




Schäfte gibt es zum Beispiel über ebay für ca. 50,- Euro incl. Versand aus den USA zu kaufen.

Der Austausch des Handguards ist nicht zwingend nötig, der originale Handguard verbessert aber die Optik beträchtlich.
Wie der Schaft sitzt auch dieser bombenfest und bietet außerdem ein wesentlich verbessertes Gefühl des „in der Hand haltens“.
Die Beschaffung ist leider nicht ganz so einfach, denn Waffenshops in Amerika versenden diese in der Regel nicht nach Deutschland. Allerdings wird man auf Militaria-Messen sehr häufig fündig, eine weitere Quelle ist egun, wo des öfteren ganze Kits bestehend aus Schaft, Handguard und Griff angeboten werden.


Beide Teile passen problemlos ohne jegliche Bearbeitung an die WE, was zeigt, wie exakt die Originalmaße eingehalten wurden:




Die Sache mit dem Flashhider muss jeder für sich entscheiden.
Zwar gehört zu dem A1 in der endgültigen Version ein Birdcage, es gibt jedoch auch Bilder, auf denen M16A1 mit dem alten 3-pronge Flashhider zu sehen sind. Die Birdcages des A1 und des A2 sind nicht identisch, es ist bei einem eventuellen Austausch also darauf zu achten, dass man den Fremdfabrikat-Flashhider von einem A1 nimmt.


Der letzte und schwierigste Schritt zum „echt“ aussehenden A1 ist dann noch die Bearbeitung von Body und Magazinen.

Hierzu sucht man sich am besten ein zeitgenössisches Referenzbild, an dem man sich orientieren kann, welche Flächen und Kanten in welchem Maße bearbeitet werden müssen.




Als Schleifwerkzeuge braucht man Schleifpads mit verschiedenen Körnungen und zusätzlich mindestens 1200er Naßschleifpapier



Um den grauen Farbton hinzubekommen, müssen zunächst alle Flächen vorsichtig mit dem Naßschleifpapier angeschliffen werden bis ein ganz leichter Metallic-Look entsteht. Dies erfordert Geduld und Fingerspitzengefühl, denn die tiefschwarze Eloxierung ist sehr fest, aber auch sehr dünn, und man ist aus Versehen schnell auf blankem Metall.

Anschließend werden die vorstehenden Kanten (wenn nicht eh schon beim Anschleifen passiert) etwas stärker bearbeitet, um den Used-Look zu vervollständigen.







Sinnvolles Zubehör:

Das ist das Schöne an dem M16A1:
Man braucht kein Zubehör außer einem Sling.
Hier empfiehlt sich natürlich der orginal Canvas Sling, den es für rund 25,- Euro oft bei ebay, aber auch gelegentlich bei deutschen Military-Shops zu kaufen gibt.



Theoretisch kann man den Sling sogar ersatzlos weglassen, denn da diese damals ausgegebenen Canvas Slings in dem extremen Klima schnell verrotteten, haben viele GI's gänzlich darauf verzichtet oder einfaches Paracord genommen.
Originale gibt’s bei ebay sowie bei verschiedenen Händlern auch in Deutschland für rund 20,- Euro.


Neben den damaligen klobigen Geräten zur Restlichtaufhellung ist die einzige realistische Optik für das M16A1 das 3x20 Colt Scope (später 4x20), das auf dem Carryhandle montiert wird. Für die Darstellung von Standardeinheiten in Vietnam ist es jedoch nicht vonnöten, es wurde eher mit dem XM177 von Spezialeinheiten verwendet.




Das Colt Scope läßt sich häufig als Original zu vertretbaren Preisen bei ebay.com ersteigern, gibt es aber auch in verschiedenen Qualitätsstufen als Airsoft-Zubehör.


Großartige Zusatzinvestitionen wie bei moderneren Waffen sind beim Vietnam-M16 also nicht nötig. Das Geld, das man im Vergleich zur Aufmotzung seines A3 oder M4 verwenden muss, kann und sollte man bei dem A1 lieber in Magazine investieren.
In Vietnam galt ja die Doktrin, dass Firepower unter anderem aus üppigen mitzuführenden Munitionsvorräten resultiert, und die GI's waren entsprechend ausgestattet.
Die damals verwendeten M56 Mag Pouches fassen jeweils 4, ein Bandoleer noch mal zusätzliche 7 Magazine.




Und auch im Airsoftleben sind die 20 rounds pro Magazin schnell weg, wobei Fullauto-Spieler natürlich noch stärker betroffen sind.
Es empfiehlt sich auf lange Sicht in jedem Fall die Anschaffung von mindestens 8, besser 15 Magazinen...



Spielerfahrungen:



Das RaTech M16A1 ist eine präzise und zuverlässige Waffe, mit der der Spieler perfekt ausgerüstet ist.

Schüsse auf 35 bis 45 Meter werden in der Regel auch mit Treffern belohnt, und das doch relativ laute Schussgeräusch sowie der Rückschlag tragen erheblich zum Spielspaß bei.





Bei einem ersten Einsatz mit dem M16 offenbarte sich jedoch ein einziges Manko:

Die Waffe ist out of the box eigentlich zu stark, um damit bedenkenlos auf Mitspieler schießen zu können.

Das M16 wird mit sehr weit aufgedrehtem NPAS geliefert und erreicht bei normaler Witterung um die 22 Grad schon Leistungswerte von um die 2,8 bis 3 Joule. Bei dem angesprochenen ersten Spiel herrschten Temperaturen von rund 30 Grad, und da stieg die Leistung auf über 3,5 Joule an. Hiermit hätten Gesichtstreffer aus Entfernungen von unter 20 Metern (die sich ja im Eifer des Gefechts leider nicht immer vermeiden lassen) schon ernst zunehmende Folgen.


Aber wie oben beschrieben ist die Anpassung auf ein verantwortungsbewußtes Maß bzw. an die vom Betreiber vorgesehenen Limits schnell und einfach durchzuführen, und das hier getestete M16 wurde anschließend auf eine Leistung von 2 Joule reduziert.



Bei der Verwendung von 0.40er BB's ergaben sich hierdurch keine Einbußen in der Präzision, lediglich die Reichweite verminderte sich natürlich etwas.
Trotzdem kann damit ein mannsgroßes Ziel auf 4o Metern Entfernung immer noch gut getroffen werden.



Fazit:

Mit dem RaTech WE M16A1 bekommt man für sein Geld eine technisch ausgereifte, leistungsstarke und robuste Airsoftwaffe mit exzellentem Preis/Leistungsverhältnis. Diese ist out-of-the-box sofort einsetzbar, und dank des bereits verbauten NPAS jeder Spielsituation anpassbar. Die Waffe wurde übrigens seitens der PTB mit der größtmöglichen Leistung abgenommen, so dass Veränderungen an der NPAS-Einstellung keinen unerlaubten Eingriff darstellen. Die hier getestete Waffe zeigt nach nunmehr über 5000 Schuss keinerlei gravierende Verschleißerscheinungen oder gar Fehlfunktionen und funktioniert wie am ersten Tag.

Zudem ist das M16A1 mit verhältnismäßig geringem finanziellem und zeitlichem Aufwand in ein orginalgetreues Abbild des berühmten Vietnamgewehres zu verwandeln und ist somit nicht nur für AR15-Fans, sondern für Spieler und Sammler gleichermaßen eine gute Wahl.


Motivation durch Entsetzen,
Lernen durch Schmerz