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Elchinator Männlich

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Mittwoch, 19. September 2012, 17:38

WE G17 Gen.4



Modell: G17 Gen. 4
System: Gas Blow Back
Hop Up: einstellbar
Kaliber: 6mm BB
Max-Energie: ca. 1,0 Joule
Material: Metall und Kunststoffteile (high grade polymer)
Magazinkapazität: 22 BBs
Gewicht: 0.720 kg
Länge: 186 mm


Dieses Review nimmt, abweichend von den meisten anderen Review hier, immer wieder Bezug auf Produkte anderer Hersteller. Da es bei diesem Review allerdings um eine Variante der Glock 17 geht, von der es bereits sehr erfolgreiche Modelle gibt, muß sich die WE eben diesem Vergleich stellen. Ob solche Vergleiche in einem WE-Forum insgesamt objektiv ausfallen, muß der Leser für sich beurteilen. Reviews sind aber immer aus der subjektiven Sicht des Autors geschrieben, sonst wären es reine Aufzählungen von technischen Daten. Und die kann man auch auf der Verpackung nachlesen. Damit genug der Erklärungen und wir beginnen mit der




Einleitung

Im Grunde ist es ja reines Glück, daß wir heute doch noch die WE G17 in Deutschland kaufen können. Denn diese erste Waffe der aktuellen "WE-Pistolenoffensive" sollte gar nicht importiert werden! Die Konkurrenz durch die im gleichen Preissegment angesiedelte KWA "M17" war zu stark, als daß sich ein solches Experiment gelohnt hätte. Doch dann konnte G.S.G. offenbar einen Abschluss erzielen, der einen Verkauf zu einem günstigeren Preis erlaubt. Und so kam die WE G17 dann doch noch nach Deutschland, wenn auch vorerst nur als "Gen.4", der neuesten Produktionsreihe von Glock nachgebildet.


Lieferumfang

Erstaunlich genug, WE hat doch tatsächlich zwischen Gen.3 und Gen.4 noch einmal das Verpackungsdesign geändert und dabei auch gleich den Druckfehler korrigiert. Jetzt steht die korrekte Adresse "http://www.wemodel.com.tw" darauf, die bei älteren Waffen noch fehlerhaft war. Und auch der Verpackungsinhalt der Gen.4 hat zugelegt! Neben Waffe, Magazin und Anleitung gibt es jetzt noch zwei zusätzliche Griffrücken, den dafür notwendigen Haltesplint und ein Stäbchen als Werkzeug für eben diese Griffrücken.



Alles liegt in einer schlichten Styroporbox, die leider nicht mehr den Charme der früheren WE-Verpackungen versprüht. Damals, als man wie TM noch alles mit Stoff ausgekleidet hat...
Aber bleiben wir realistisch, WEs sind meist keine Sammlerwaffen, die Verpackung dient eben nur zum sicheren Transport. Und diese Funktion wird hier erfüllt. Wichtiger ist der Inhalt der Verpackung. Und der überrascht dann doch!



Erster Eindruck

Schon die Optik setzt sich deutlich von anderen Waffen gleicher Bauart ab. Das liegt nicht alleine an der Gen.4, die es von anderen Herstellern gar nicht gibt. Das liegt vor allem an den Materialien, die sehr realistisch aussehen. Das Griffstück ist nicht schwarz sondern eher anthrazitfarben. Und der Schlitten hat eine mittelgraue Beschichtung, die weder Lack noch Eloxierung ist. Das Ganze erinnert mehr an die Teflonbeschichtungen von Bratpfannen. Es ist somit deutlich näher an den Beschichtungen echter Waffen, als der sonst übliche Lack!



Und auch beim Griffstück ist die Haptik ganz anders als zum Beispiel bei KWA. Der Kunststoff ist flexibler als das übliche spröde ABS. Trotzdem ist die ganze Waffe extrem fest und fühlt sich irgendwie "massiver" an. Ein höheres Gewicht als andere hat sie aber nicht. Etwas unschön sind die leichten Nähte an den Gehäusehälften, die das Gen.3-Testmodell nicht hatte.
Zu den Unterschieden zwischen Gen.3 und Gen.4 gehören die wechselbaren Griffrücken, wobei Glock hier einen etwas anderen Weg geht, als zum Beispiel Walther bei der P99. Bei der Glock gibt es lediglich zwei Aufsätze, die den Umfang des Griffstücks vergrößern. Es gibt keine komplett abnehmbaren Rücken.



Die Riffelung ist auch wesentlich schärfer als bei der Gen.3 - und jeder anderen Waffe, die ich bisher in den Händen hatte! Sie schneidet schon fast ins Fleisch, wenn man fest zupackt! Dafür verrutscht die Waffe auch nicht bei feuchten Händen. Das Griffstück hat auch ohne Griffrücken einen größeren Umfang als das der Gen.3. Im direkten Vergleich sieht man, daß der Griff vorne runder ausgefüllt ist, die Fingerrillen stehen also weniger weit heraus. Die Griffrücken sind also nur für wirklich große Hände notwendig, die meisten kommen ohne gut zurecht. Außerdem gibt es einen vergrößerten Magazinknopf.

Der Schlitten der WE ist ca. 1,5mm breiter als der einer KWA. Das sollte man beim Kauf eines Holsters beachten. Außerdem ist die Form wesentlich kantiger, was man aber nur im direkten Vergleich sieht.



Im Gegensatz zu KWA hat WE zumindest ansatzweise Markings aufgebracht, soweit das nach dem Markenrecht möglich war. Das "Glock"-Logo wurde durch ein großes "G" ohne "lock" ersetzt. Außerdem findet sich links die Aufschrift "Tactical" statt "Austria", dazu noch ein "9x19". Die rechte Seite hat neben WE-Logos noch die Bezeichnung "WET5168" auf Schlitten und Verschlußblock. Und es gibt mit "NPv" und einem symbolisierten Adler sogar das Logo vom Beschußamt Wien! Die Beschriftung "MBS" kennzeichnet ein Gen.4-Griffstück. Auf der linken Seite des Griffstücks ist auch kein WE-Logo, wie noch auf der Gen.3, sondern schlicht ein Schriftzug "Gen4".
Etwas problematisch ist das von G.S.G. aufgedruckte :f: . Es ist extrem dünn im Bereich der Montageschiene aufgebracht. Ein Abrieb wird sich auf Dauer wohl nicht vermeiden lassen. G.S.G. hat aber schon zugesichert, die Waffen dann nachträglich mit gelaserten Markings zu versehen. Hätte man aber auch direkt machen können...



Wie bei allen Marui-Klonen, dient auch bei der WE ein als Seriennummer getarnter Schieber als externe Sicherung. Einigermaßen überflüssig, aber man muß die ja nicht nutzen. Ebenso typisch, wenn auch anfangs etwas ungewohnt - der Abzug aus Plastik. Das ist aber auch bei Marui und KWA nicht anders. Die Sicherung im Abzugszüngel ist auch nachgebaut, wenn auch etwas sehr simpel. Die "Feder", die das Züngel nach vorne drückt, ist nur ein dünner Plastikstreifen.

Bleibt noch die Erwähnung des Outer-Barrels aus Metall, der auch hier das für WE-Pistolen typische Gewinde für einen Schalldämpferadapter hat. Man sollte aber bedenken, daß der Lauf einen Rücklauf von ca. 5mm hat, wodurch ein Schalldämpfer gegen die Federführungsstange prallen kann.



Technik

Was dem einen oder anderen schon aufgefallen ist - auch im entspannten Zustand steht der Abzug vor. Dies ist ein Hinweis auf das alte TM-Glock26-System, das von vielen Klonern kopiert wurde. Es ist zwar nicht ganz originalgetreu, dafür erhöht es die Zahl der verfügbaren Ersatzteile.

Das Magazin ist ebenfalls kompatibel zu Marui, hier allerdings in der aktuellen G17-Variante. Mit Magazinen von Klonen muß man dagegen aufpassen, ob es sich um Nachbauten der TM G17 (Meister, Gletcher) oder eine vergrößerte G26 (HFC) handelt. Wie bei Marui ist das Einfüllventil direkt zugänglich, ohne verschiebbare Bodenplatten. Damit fallen allerdings auch Magpul-Rangerplates weg...

Im Inneren sieht es weitgehend Marui-Like aus, mit einer "Laufrolle" auf dem Hammer. Das Nozzle ist etwas anders geformt und damit nicht austauschbar.

Die Rückholfeder ist erstaunlich stark, der Schlitten kommt mit sehr viel mehr Wucht nach vorne als bei KWA.



Schußtest

Der Abzugsweg der WE ist sehr lang und erinnert damit etwas mehr an das "Safe-Action"-System der Glock, als das bei der KWA der Fall ist. Der Abzugswiderstand ist auch deutlich höher. Das macht die Pistole zwar realistischer, aber auch schwerer zu beherrschen. Fehlschüsse sind am Anfang nicht ungewöhnlich. Der Rückstoß ist, wie durch den schweren Schlitten und die starke Feder zu erwarten, deutlich stärker als bei den Mitbewerbern.

Die Schußstärke liegt mit ca. 0,9 Joule allerdings etwas unter den Erwartungen, ist aber immer noch mehr als ausreichend. Vor allem die Präzision überrascht - wenn man vorher der Lauf gereinigt hat! Der Streukreis lag unter 2cm auf 6 Meter Entfernung.



Tuning

Beim Tuning kann man sich natürlich beim großen Sortiment der Tokyo Marui bedienen, wobei man bei den Internals allerdings etwas aufpassen muß. Nicht alle Teile (Abzug, Nozzle) sind kompatibel. Ein Tight-Barrel paßt aber und auch beim Hop-Up sollte es keine Probleme geben.

Metallschlitten für die Marui passen, je nach Hersteller, wohl nicht so richtig, dafür gibt es aber Schlitten und Griffstück mit allen Markings von HK3P. Nur der Import nach Deutschland könnte Probleme beim Zoll machen, denn Glock verfolgt das ziemlich rigoros. Hat man solche Teile dann doch mal bekommen, bleibt "nur" noch die Übertragung des :f: offen...

Einfacher hat man es da mit Stocks und Carbine-Kits. Die WE hat auch die Bohrung unten im Griffstück, in die praktisch alle Shoulder-Stocks zur Arretierung einrasten. Es gibt außerdem Lanyard-Adapter, die ebenfalls diese Bohrung benötigen. KWA hat das nicht!



Fazit

Wenn ich blind unterscheiden müßte, ob WE oder KWA eine echte Waffe ist, würde ich sofort sagen die WE! Die fühlt sich einfach echt an. Das Material und die Verarbeitung sind viel näher an einer echten Waffe, als das bei anderen Glock-Varianten der Fall ist. Auch wenn KWA mit ihren Magnesiumschlitten noch das bessere Metall verwendet, der vollkommen glatte Lack gibt wieder Punktabzüge.
KWA mag auch technisch noch ein kleines Stück weiter vorne sein - die "M17" wird ja nun auch schon einige Jahre gebaut und ist dementsprechend ausgereift - aber die Produktion ist von KWA zu Gunsten der ATP eingestellt worden. Die KWA wird also mittelfristig vom Markt verschwinden.
WE hat dagegen ein Produkt auf den Markt gebracht, das sich sehr gut mit anderen Klonen messen kann. Ein Vergleich mit dem Vorbild TM wäre unfair, denn die ist ja komplett aus Plastik. Und darf wegen der Markings eigentlich auch nicht in Deutschland verkauft werden.

Damit ist die WE auf jeden Fall die beste Glock-Variante mit Metallschlitten, die man zukünftig in Deutschland kriegen kann!



Geschichte

Die Glock 17 wurde 1980 von Gaston Glock entworfen, der zuvor zwar als Lieferant militärischer Ausrüstung (Feldmesser 78) aufgetreten war, aber nicht als Schußwaffenhersteller. Trotzdem gewann Glock als völliger Neuling die Ausschreibung des österreichischen Bundesheeres für eine neue Dienstpistole. Denn seine Konstruktion hatte es in sich...

Die Glock 17 war nicht die erste Serienpistole mit Polymergriffstück. Diese Ehre gebührt der HK VP70. Aber sie war die erste, die als Dienstwaffe erfolgreich war und millionenfach produziert wurde. Und auch sonst setzte Glock eher auf Bekanntes, führte aber viele Innovationen erstmalig zusammen. Der Verschluß der Glock entspricht dem Browning-Petter-System mit offener Steuerkurve, bekannt vor allem durch die SIG-Pistolen. Von der SIG P210 stammt auch die sehr tief über der Hand liegende Laufseele, was den Hochschlag verringert. In guter österreichischer Tradition hat die Glock 17 auch keine äußere Sicherung, dafür aber mehrere innere, die eine Schußabgabe beim Sturz verhindern. Ebenso traditionell ist die Magazinkapazität, die zwei Patronen über der höchsten damals erhältlichen Kapazität von 15 Patronen in 9mm liegt. Dies geht noch zurück auf die Zeit der k.u.k. Monarchie, als Gendarmen Revolver mit acht statt der üblichen sechs Schuß verwendeten. Partisanen im Balkan tendierten dazu, im Feuergefecht die Schüsse des Gegners zu zählen und ihn im Sturm anzugreifen, wenn er - vermeintlich - nachladen mußte. Da waren zwei Schuß mehr als üblich überlebensnotwendig. Und die Tradition besteht bis heute.

Die Masse an Verbesserungen gegenüber anderen zeitgenössischen Dienstwaffen war so groß, daß die Glock nicht nur in Österreich, sondern sogar in den USA die Behörden überzeugte. Es folgten noch eine Reihe weiterer Modelle, sowohl in unterschiedlichen Größen (Extra lang, Kompakt, Subkompakt), als auch den wichtigsten Kalibern (.40S&W, .45ACP und weitere). Und auch die Entwicklung blieb nicht stehen, bis heute gibt es weitere Verbesserungen, sowohl bei der Form des Griffstücks (bei der Gen.4 mit wechselbaren Rückenteilen), als auch intern z.B. beim Abzug.

Mit ihrem schlichten, funktionalen Design und ihrer bekannt zuverlässigen Funktion wird die Glock 17 auch im 21. Jahrhundert noch lange anzutreffen sein. Ein Geniestreich, der Brownings 1911 durchaus ebenbürtig ist.





Vergleich TM und WE: http://www.airsoftcanada.com/showthread.php?t=141959
Mit freundlichen Grüßen
Elchinator

<- NSA/XKeyScore jamming active

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