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Elchinator Männlich

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Dienstag, 22. Januar 2013, 19:16

WE M&P "Toucan"



Modell: WE M&P "Toucan"
System: Gas Blowback
Kaliber 6mm BB
Gewicht: 750g
Länge: 190mm
Magazin: 24 BBs
Stärke: ca. 1 Joule


Die Geschichte

Der Erfolg der Glock-Polymerpistolen hatte die amerikanische Waffenindustrie kalt erwischt. Die Glock 17 widersprach so ziemlich allen Prinzipien, an denen man seit Jahrzehnten festhielt. Polymer statt Stahl, 9mm Parabellum statt .45 ACP, 17 Schuß statt 7, Safe-Action statt SA/DA, Interne statt manueller Sicherungen - und ein Hersteller aus einem kleinen euopäischen Land statt aus den USA...

Aber während man bei Colt, trotz des Desasters bei der Ausschreibung der neuen Ordonnanzpistole Mitte der 80er - Colt kam gar nicht erst in die engere Auswahl - stur am alten Design festhielt, konnte man sich das bei Smith & Wesson nicht erlauben. Die Dienstwaffen von S&W waren schon immer "die etwas anderen" gewesen, eine feste Größe im Dienstwaffenbereich, aber nie wirklich groß. Und nun wurde dieser Markt immer mehr von Glock abgegraben.

Aber was tut man, wenn man vom Erfolg eines Konkurrenten überrascht wird und keine Zeit für eine eigene Entwicklung hat? Man kopiert ihn. Smith & Wesson trieb das 1994 mit der "Sigma" allerdings zu weit und es kam, wie es kommen mußte. Glock zog wegen zahlreicher Patentverletzungen vor Gericht. Und sie hätten auch gewonnen, wenn S&W nicht einen Rückzieher gemacht hätte. Die Sigma wurde modifiziert und S&W zahlte Glock eine beträchtliche Entschädigung.

Der zweite Versuch war dann eine Kooperation mit Walther, in Form einer leicht modifizierten Lizenzversion der P99. Aber auch hier blieb der große Erfolg aus.

2005 zog man bei Smith & Wesson dann endlich die richtige Konsequenz und entwickelte eine eigene Pistole, die die erfolgreichen Features von Glock, Sigma und SW99 kombinierte, durch kleine Änderungen aber keine Patentrechte verletzte. Und um die Traditionalisten unter den behördlichen Einkäufern zu gewinnen, gab man dem Kind dann noch einen berühmten Namen: "Military & Police", in Erinnerung an den sehr erfolgreichen Revolver, der mehr als 100 Jahre zuvor gebaut wurde. Als Smith & Wesson den Behördenmarkt noch fest im Griff hatte.



Zu den Besonderheiten der neuen M&P gehören der sehr niedrig über der Hand liegende Lauf und ein Abzugszüngel mit Sperre, ähnlich wie bei der Glock. Austauschbare Griffrücken, wie bei der SW99. Und ein Herstellungsprozess wie bei der Sigma.



Auch wenn der ganz große Durchbruch noch auf sich warten läßt, kann man der Smith & Wesson M&P einen gewissen Erfolg zugestehen. Erste amerikanische Behörden setzen sie ein, teilweise sogar als Ablösung der Glock. Und auch im Ausland gibt es erste Käufer. Eines wird aber auch die M&P immer sein: "die etwas andere" Pistole.


Die Airsoft

Einleitung

James hatte uns ja Anfang des Jahres angekündigt, daß WE eine ganze Reihe neuer Pistolen herausbringen würde. Er hatte nicht übertrieben, was WE in einem Jahr an Neuheiten auf den Markt gebracht hat, schaffen andere Hersteller nicht in fünf! Eines der neuesten Produkte ist eine M&P 9mm, die natürlich nur zufällig der gleichnamigen Pistole von Smith & Wesson ähnelt... WE selbst bezeichnet die Waffe jedenfalls al "Toucan". Ursache dafür sind wohl die bunten Griffrücken, die mit ihren manchmal schrillen Farben durchaus Assoziationen mit einem Tukan zulassen.



Lieferumfang

Doch kommen wir erst einmal zum Lieferumfang. In der typischen Box befindet sich hier nämlich ein unüblich großer Inhalt! Statt wie sonst nur Waffe und Magazin, bekommt man hier noch fünf Wechselrücken dazu. Leider hat man bei der Farbe keine freie Auswahl und so gehören zur schwarzen Waffe neben zwei schwarzen Griffrücken noch ein kompletter Satz in... rosa. Diese Farbwahl geht eine Sonderserie zurück, die von Smith & Wesson als "Julie Golob"-Edition herausgebracht hat, die aber auch durch die IPSC-Schützin Jessie Abbate bekannt gemacht wurde. Offenbar zielt WE jetzt auch auf die weibliche Kundschaft ab. ;) Für die Herren der Schöpfung gibt es aber auch Rahmen und Griffrücken in Tan, für IPSC-Schützen und Trainer sogar in Blau. Weitere Farben kann man dazu kaufen, mehr dazu weiter unten.


(Jessie Abbate)

Erster Eindruck

Wie bei allen bisherigen Pistolen ist auch die M&P völlig frei von echten Markings. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es auch keine "HK3P"-Variante in Asien, lediglich eine einzelne Custom-Waffe ist auf Bilder aus Asien aufgetaucht. Aber es ist anzunehmen, daß es da bald etwas geben wird. Für uns in Deutschland ist das aber nur am Rande interessant, wegen der Lizenzproblematik müssen wir mit der "nackten" Version vorlieb nehmen.



Die M&P hat alle Elemente, die man von einer modernen Dienstpistole erwartet. Kräftige Durchladerillen, einen beidseitigen Schlittenfang, keine störende externe Sicherung und eine Picatinny-Rail unter dem Lauf. Nicht selbstverständlich, aber üblich sind ausgeprägter Beavertail und die Novak-Style-Visierung mit (nicht leuchtenden) Dämmerungsmarken. Hier hat WE das Vorbild sehr gut nachgebaut.



Besonderheiten der Airsoft sind dann eine individuelle Seriennummer auf einer kleinen Plakette rechts im Rahmen und ein als separates Bauteil ausgeführter Auszieher. Beides erfüllt keine technische Funktion, ist aber ein nettes Gimmick.



Wie schon bei der G17, ist auch hier das Abzugszüngel aus ABS. Das ist aber kein wirklicher Nachteil, wenn Stahl zu teuer und Zinkdruckguss zu brüchig ist.

Störender ist da schon ein Klappergeräusch im Inneren, das durch ein leichtes Spiel zwischen Hop-Up-Chamber und Outer-Barrel verursacht wird. Es hat zwar keinen Einfluß auf die Funktion, aber es irritiert. Weiter unten gehe ich daher auf die Behebung ein.




Technik

Eines muß man WE bei dieser Pistole zugestehen - es handelt sich um eine komplette Eigenkonstruktion, die nicht auf einem Vorbild von Tanaka oder Marui basiert! Die Tokyo Marui M&P ist nämlich noch gar nicht erschienen und eine andere Variante als GBB gibt es auch nicht. Nun ist der Bau einer GBB kein Hexenwerk und intern sind sich die Pistolen alle ähnlich. Aber es ist schon ein Unterschied, ob man alle Abmessungen einfach nur übernehmen kann oder selber ermitteln muß, wie weit zum Beispiel das Magazin in den Schlitten ragen muß.


(M&P links, G17 rechts)

Andere Details konnte man dagegen direkt von den bisherigen Waffen übernehmen, wie das Schalldämpfergewinde im Lauf oder der für Linkshänder umsetzbare Magazinknopf. Trotz vieler Ähnlichkeiten mit der Technik der G17 sind die Internals aber nicht kompatibel.


(G17 links, M&P rechts)

Völlig eigenständig sind dann das geteilte Abzugszüngel und die wechselbaren Griffrücken. Das Abzugszüngel hat ein Gelenk in der Mitte, das von einer "Blattfeder" nach vorne gedrückt wird. Dadurch steht hinten ein kleiner Absatz heraus, der den Abzug blockiert. Erst wenn der untere Teil des Züngels eingedrückt wird, wird auch diese Sperre deaktiviert. Allerdings ist der Mechanismus nicht so durchdacht wie bei Glock. Ein "vorbeistreifender Ast" könnte trotzdem den Abzug auslösen. Bei der echten Waffe sicherlich ein größeres Problem als bei der Airsoft...



Die wechselbaren Griffschalen sind da schon interessanter. Gehalten werden sie von einem Pin ("Frame Tool"), der unten im Griffstück sitzt. Um den Griffrücken zu wechseln, muß man das Magazin entnehmen, den Haltepin unten am Griff um 90° drehen und herausziehen. Jetzt läßt sich der Griffrücken einfach nach unten herausziehen.

Schußtest

Die Handlage der Pistole ist, wie man es von einer modernen Dienstwaffe erwartet, sehr gut. Sie fühlt sich im oberen Bereich sehr schmal an, was gegenüber einem Colt 1911 sogar stimmt. Die G17 ist im selber Bereich aber noch schmaler, hat dafür aber nicht die gleiche Auswahl an Wechselgriffrücken.

Beim Schießen fällt der fehlende Druckpunkt unangenehm auf. Der Abzug bewegt sich zwar sehr weich und kratzfrei, fällt nach der Schußabgabe aber noch 4mm durch. Trotz Triggerstop, der allerdings nur ein Fake ist.

Über die Präzision kann man nicht klagen, die ist für eine Pistole hervorragend. Die Schußstärke ist mit ca. 1,07 Joule (mit 0,25er BBs) im üblichen Rahmen, die Konstanz ist aber beeindruckend. Der Cool-Down-Effekt war jedenfalls erstaunlich gering.



Mit 91dB gehört die M&P aber zu den lautesten bisher gemessenen Pistolen. Der Klang ist zwar eher dumpf, trotzdem ist die Lautstärke nicht mehr wirklich zimmertauglich.


Tuning, Zubehör

Was mich bei der Reviewwaffe etwas störte, war das leichte Klappern der Hop-Up-Chamber im Outer-Barrel. Um das zu beheben, habe ich einfach zwei O-Ringe über den Inner-Barrel gezogen und diese gut mit Silikonfett behandelt. So bewegt sich der Inner weiterhin leichtgängig, klappert aber nicht mehr bei jeder Bewegung. Ob das überhaupt ein öfter auftretendes Problem ist, weiß ich allerdings nicht.



An Zubehör hat WE selbst ein CO2-Magazin angekündigt. Durchaus interessant, aber für diesen Winter wohl zu spät. Außerdem gibt es mittlerweile Kits mit farbigen Griffschalen zum nachrüsten.

Was Holster angeht, ist der Markt generell sehr dünn, spezielle Airsoft-Holster habe ich noch keine gefunden. Immerhin, das Blackhawk Serpa paßt.




Fazit

WE hat mit der M&P "Toucan" jetzt nicht den Riesenwurf gelandet, dafür ist das reale Vorbild einfach zu "gewöhnlich". Es fehlt etwas an Gründen, genau diese Waffe haben zu wollen. Denn seien wir ehrlich, moderne Dienstpistolen gibt es so einige und fast alle sind in der realen Welt weiter verbreitet als die M&P. Selbst Product-Placement in irgendwelchen Blockbustern oder wenigstens japanischen Animes sind bisher ausgeblieben. Und technische Vorteile hat diese Airsoft gegenüber anderen von WE auch nicht. So entbehrt es nicht einer gewissen Ironie, daß diese gute und solide Waffe von WE wohl nur mäßigen Erfolg haben dürfte, weil ihr das entscheidende "Killer-Feature" fehlt... Aber Moment, halt! Vielleicht gibt es ja DOCH eine Reenactment-Vorlage mit einer M&P...


(Chris Costa)

Vielleicht wird sich das alles aber auch mit der bereits angekündigten subkompakten M&P ändern, die als kleine Vollmetall-GBB schon eher eine Marktnische besetzt. Von deren Erfolg könnte auch die Fullsize profitieren, vor allem, wenn deren Magazine passen.

WE hat jetzt endgültig bewiesen, daß sie mehr können als nur japanische Airsofts mit Metall nachzubauen. Die erste selbstentwickelte Pistole steht den früheren Klonen in Funktion und Qualität in nichts nach. Und wer nicht gerade auf eine der üblichen Dienstpistolen von Beretta, Colt oder Glock angewiesen ist, macht mit der WE M&P auch nichts falsch!




Links
http://www.smith-wesson.com/webapp/wcs/s…playErrorView_Y
Mit freundlichen Grüßen
Elchinator

<- NSA/XKeyScore jamming active

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