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Elchinator Männlich

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Montag, 28. Oktober 2013, 19:18

WE TT-33



Einleitung

Es ist schon seltsam, wie sich die Modellpolitik der Hersteller gestaltet. Jahrelang gab es nur eine einzige Version der Tokarew TT-33 von Hudson, und die nicht einmal in Deutschland. Und auf einmal drängen mit KWA, WinGun/Gletcher, SRC und WE gleich vier Firmen auf den Markt! Die Fans russischer Waffen freut es, die anderen schütteln nur den Kopf. Hier geht es natürlich um die Variante von WE, genannt WE-33.


Details

Modell: TT-33 Tokarev
System: Gas Blow Back, Hop Up einstellbar
Kaliber: 6 mm BB
Max-Energie: ca. 0,8 Joule
Material: Metall und Kunststoffteile
Magazinkapazität: 15 Schuss
Gewicht: 0.682 kg
Länge: 194 mm




Erster Eindruck

Die Verpackung ist schon wieder neu designed, diesmal eher schlicht und mit einer Grafik der Pistole. Nicht mehr das etwas knallige Design der letzten Pistolenmodelle. Und auch im Inneren hat sich etwas verändert. Einsätze aus "Eierkarton" statt Styropor. Durchaus nicht verkehrt, denn das Material ist ebenfalls stabil und nimmt sogar noch eventuelle Ölreste auf.



Im Karton ist dann das übliche Anleitungsheftchen, etwas lieblos ohne Bezug zur Waffe oder der russischen Herkunft. Das machen andere Hersteller besser. Dafür findet sich ein kleines Tütchen mit zwei Ersatzteilen - ein BB-Follower und eine "Magazinlippe". Beides Teile, die schon mal gerne kaputtgehen. Schön, wenn die gleich als Ersatz beiliegen, denn die Teile kosten in der Herstellung vielleicht Centbeträge, die Beschaffung ist für die Kunden aber meist schwierig.


Oben WE, unten SRC

Doch nun zur Waffe. Sie kommt in einem schwarz-glänzenden Lack daher, der so gar nicht nach WE aussieht. Aber das ist Vorbildgetreu und wirkt viel authentischer, als zum Beispiel die matte Eloxierung der SRC-Version. Erstaunlich genug, war es doch bei den jeweiligen AKSUs genau andersherum...
Der Lauf ist verchromt und außerordentlich strapazierfähig. WE sollte das öfter so machen, denn Lack auf der Patronenkammer nutzt sich viel zu schnell ab. Hier ist es zudem noch realistisch, auch wenn nicht alle TTs so produziert wurden.



Die Markings, die ein Herstellungsjahr 1941 angeben, sind zwar gefräst, aber sie sind absichtlich unregelmäßig angeordnet und wirken wie gestempelt. Auch hier hat sich WE sehr viel Mühe gegeben. Das :F: ist diesmal auf der rechten Seite angebracht und sauber gelasert.



Im direkten Vergleich mit einem Colt 1911 sieht man, daß die TT-33 etwas kleiner ist. Allerdings betrifft das nicht das Griffstück und die Pistole liegt gut in mittelgroßen Händen.




Technik

Das ungewöhnlichste Teil an der WE-33 ist die Sicherung. Die gibt es an einer TT-33 nämlich gar nicht! WE hat hier einen schmalen Hebel über der linken Griffschale versteckt, der als externe Sicherung dient. Schiebt man ihn mit dem Fingernagel nach oben, ist die Waffe entsichert. Sinnvoller wäre es gewesen, die Funktion umzudrehen (oben gesichert, unten entsichert), dann könnte man die Pistole sogar gesichert im Holster tragen und beim Ziehen halbwegs ergonomisch entsichern. So geht das überhaupt nicht! Der winzige Hebel ist viel zu fummelig.
Die weitaus bessere Variante ist daher, den Hebel gleich oben zu lassen - er sitzt so fest, daß man kaum unabsichtlich sichern kann - und stattdessen die originalgetreue Sicherung verwendet: den Hahn nach dem Durchladen in die Hahnrast bringen. So kann weder versehentlich das Ventil geöffnet werden, noch der Abzug betätigt werden. Man muß erst den Hahn wieder komplett spannen und dann schießen.



Beim Zerlegen gibt es keine Überraschungen, es geht weitgehend identisch zu einer 1911. Lediglich die Sperrfeder auf der rechten Seite ist da etwas anders, sie läßt sich aber relativ leicht lösen. Aufpassen muß man nur beim Korn - das ist nur locker eingesetzt und wird von der Laufbrille gehalten! Aber wenigstens hat WE diesmal an ein Gegenlager für die Federführungsstange gedacht, die hier nicht verrutschen oder einfach so wegfliegen kann.


Oben WE, unten SRC

Was die Kompatibilität zu anderen TTs angeht, ist die SRC jedenfalls komplett anders. Die Magazine sind zum Beispiel deutlich schmaler und das Ventil sitzt höher. Höchsten Lauf oder HU-Gummi könnten austauschbar sein, aber das gilt bei WE-Pistolen auch weitgehend untereinander.


Oben WE, unten SRC

Schußtest

Was bei dieser Waffe wirklich auffällt, ist der extrem kurze Abzugsweg von etwa 3mm insgesamt. Es gibt keinen echten Druckpunkt, sobald sich der Abzug einen halben Millimeter bewegt, löst sich auch schon ein Schuß. Das mag nach heutigen Sicherheitsrichtlinien für RS-Waffen bedenklich sein, für eine militärische Waffe aus dem 2. Weltkrieg ist das schon ok.

Die Schußleistung ist mit gemessenen 0,95 Joule (HK Greengas) erstaunlich gut und die Präzision läßt nichts zu wünschen übrig. Da kommt auch die SRC nicht mehr mit. Die Visierung ist zwar etwas krude und ohne Leuchtpunkte nicht immer ideal, reicht aber für präzise Schüsse aus.



Bleibt noch zu sagen, daß der Schlittenfang immer zuverlässig funktioniert hat und das Magazin über den ganzen Testzeitraum von etwa drei Wochen dicht blieb


Tuning

Bei den Tuningmöglichkeiten tut sich noch nicht viel, irgendwelche verbesserten Internals von Ra-Tech sind mir jedenfalls nicht bekannt. Aber die Pistole funktioniert ja auch so schon hervorragend.

Beim Zubehör bieten sich eher ein originales Holster an, daß man bei den üblichen Quellen im Internet für wenige Euro erhalten kann.

Das Gewinde für den Schalldämpfer-Adapter bietet sich hier ebenfalls an... wenn man Triaden-Reenactment betreibt. ^^




Fazit

Als Fazit kann man festhalten, daß WE hier eine sehr solide und leistungsstarke Pistole abgeliefert hat, die den Vergleich mit anderen, moderneren Modellen nicht zu scheuen braucht. Natürlich ist eine TT-33 nicht jedermanns Sache, nicht einmal für Leute, die russisches Equipment haben. Dafür ist diese Pistole einfach zu alt. Aber für WK2-Reenactors oder Sammler, die Spaß an diesem Stück Waffengeschichte haben, ist die WE TT-33 eine klare Empfehlung!



Geschichte

Die "Tulskij Tokarewa obrazsa 1933 goda" wurde von Fjodor Tokarew als Ablösung für den veralteten Nagant-Revolver entwickelt. Dabei fing er nicht bei Null an, sondern bediente sich beim damals schon extrem erfolgreichen Colt 1911, aber auch dem Colt 1905. Die Ähnlichkeit der Waffen ist daher auch kein Zufall. Ebenso baut die neuentwickelte Patrone 7,62 x 25 mm TT auf der bei den russischen Streitkräften bereits verwendeten 7,63 Mauser auf. Diese Patrone war zusammen mit der Mauser C96 eingeführt worden. Die Russen reduzierten nur den Gasdruck etwas. Prinzipiell funktionieren aber auch die Mauser-Patronen, wie die Wehrmacht an erbeuteten Tokarews feststellte. Sehr praktisch, konnte man so die Beutewaffen mit den noch immer reichlich vorhandenen Mauser-Patronen befüllen...

Die TT-33 war bis in die 50er Ordonannzwaffe der Sowjets und wurde erst durch die Makarow PM abgelöst. In anderen Staaten, wie China, Jugoslawien oder Nordkorea tat oder tut sie noch bis heute ihren Dienst. Warum auch nicht, wenn das technische Vorbild von J.M. Browning das ebenfalls tut?!?


Oben WE, unten auch...
Mit freundlichen Grüßen
Elchinator

<- NSA/XKeyScore jamming active

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