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Elchinator Männlich

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Sonntag, 23. August 2009, 09:02

WE M16A3 AWSS



Modell: M16A3 GBB Co2 Version
Hersteller: WE / WETTI
System: Gas Blowback, Hop Up einstellbar
Kaliber: 6 mm BB
Max-Energie: bis ca. 3,0 Joule ( Temperatur- und Gasabhängig )
Material: Metall und Kunststoffteile
Magazinkapazität: 30 Schuss
Gewicht: ca. 3600 g
Länge: ca. 995 mm
Preis: 419,- Euro

Einleitung

Mit dem Revival der GBB-Langwaffen 2008 kam plötzlich auch WE ins Spiel. Vorher eher als Hersteller günstiger Vollmetallpistolenauf Basis von Modellen von Tokyo Marui oder Tanaka bekannt, überraschte WE dann sogar mit einem völlig neu entwickelten M4. "Völlig neu" ist natürlich relativ, immerhin basiert das GBB-System auf einer Entwicklung von Escort, ist aber von WE mit gasgefüllten Magazinen versehen worden. Escort selbst verwendet (bis heute) externe Tanks.

Und nicht nur das, WE bezeichnete die M4-Serie auch noch als "PTW" - Personal Training Weapon - eine Bezeichnung, die bis dahin nur von Systema gerechtfertigt benutzt wurde. Also Airsoft-Waffen, die zum Training für militärische und polizeiliche Einheiten verwendet werden.

An solche Waffen werden besondere Anforderungen gestellt, da mit ihnen die reale Nutzung trainiert wird. Die Bedienung muß wie beim Vorbild erfolgen. Und sie sollten stabil genug sein, auch mal einen ungeduldigen Schüler zu überleben. Allerdings reden wir noch immer von Airsoft - die Waffen sind nicht aus Stahl!

Dazu kommen dann noch erhöhte Anforderungen an die Schußleistung, da auch auf realistische Kampfentfernungen trainiert wird. Da müssen auch Treffer auf 50 Meter möglich sein, wenn auch nur auf Pappscheiben. Normale AEGs kommen meist kaum so weit. Und wenn, dann sind gezielte Treffer eher Glückssache.

Die Systema AEG-Serie ist diesen Anforderungen gewachsen (wovon ich mich selbst schon überzeugen durfte), hat aber auch die Nachteile des AEG-Prinzips. Unrealistisches Schußverhalten ohne Rückschlag und verzögertes Ansprechen im Schuß. Kein Zweifel, Systema ist noch immer der unangefochtene König bei AEGs. Aber das letzte Körnchen Realismus fehlte noch.

Und das will WE nun erreichen. Und, um das vorweg zu nehmen, haben sie auch geschafft!



Lieferumfang

Die Waffe kommt in einem sehr schlichten braunen Karton, der mit Schaumstoffmatten gepolstert ist. Einfach, aber effektiv! Neben der Waffe und dem Magazin findet man nur noch die Anleitung und einen simplen Speedloader, wie er z.B. auch schon von HFC den GBBs beigelegt wurde. Hier kann ich nur empfehlen, ganz schnell einen AEG-Speedloader in Form eines Pistolenmagazins zu kaufen! Der mitgelieferte kann immer nur 10 BBs schlucken, was bei einem Magazin schon drei Ladevorgänge bedeutet. Und die sind dann auch noch besonders fummelig, weil die Kugeln nur in einem bestimmten Winkel auch ins Magazin gehen.



Mit den AEG-Speedloadern geht es dagegen in Sekunden und ohne Probleme. Aber das ist auch der einzige Aussetzer beim Lieferumfang.


Erster Eindruck

W-O-W-! 8o
Etwas anderes kann man dazu nicht mehr sagen! Ich habe im Zuge meiner Arbeit für Blowback.de nun wirklich viele Airsoftwaffen in den Händen gehalten, von CYMA bis Systema. Aber diese toppt alles. Selbst das Plastik fühlt sich "richtig" an. Das läßt sich schwer beschreiben, man muß es im Grunde selber fühlen.



Für AEG-Benutzer ist der Pistolengriff natürlich ungewohnt, weil er hier die schmalen Originalmaße hat. Bei mir ist es mittlerweile andersherum, ich habe Probleme mit dem breiteren AEG-Griff.



Die Metallteile sind endlich nicht lackiert, sondern eloxiert. Kratzfest. Abnutzungsspuren entstehen hier nur durch Abnutzung. Nicht durch schief ansehen, wie bei praktisch allen Metall-AEGs. Das Metall selber ist bis auf wenige Ausnahmen kein Stahl, sondern auch hier wieder Aluminium oder Zinkdruckguss. Aber alle Teile sind sehr massiv und stabil aufgebaut. Wegen der Haltbarkeit muß man sich hier keine Sorgen machen.



Die Plastikteile sind sehr stabil und an der Oberfläche angeraut, kein speckig-glänzendes Zeugs! So würden sich RS-Teile anfühlen. Auch wenn ich noch kein RS AR-15-Derivat in den Händen hatte, echte Waffen hatte schon einige gehalten. Und das M16 kommt da sehr nahe heran.

Die Magazine sind selbstverständlich nur lackiert, aber das ist ja sogar originalgetreu. Dafür sind sie aber auch schön schwer und durch die eingebauten Gastanks auch unempfindlich gegen Stöße.

Die Farbgebung der Teile ist mit der Generation III auch endlich originalgetreu, mit einem grauen Body und anthrazitfarbenen Plastikteilen.



Technische Details

Die Waffe besteht fast nur aus Metall, lediglich die Teile, die auch beim Original aus Plastik sind, sind es hier natürlich auch. Also Schulterstütze, Pistolengriff und Vorderschaft. Bei den Metallteilen scheinen unterschiedliche Materialien zum Einsatz zu kommen, wie ein Test mit Neodym-Magneten zeigt. So ist der Flash-Hider aus Stahl, das Gehäuse aber wohl aus Zinkdruckguss. Manche Teile könnten auch aus Aluminium sein.

Die Bedienung funktioniert wie beim realen Vorbild. So muß vor dem ersten Schuß einmal durchgeladen werden. Die Sicherung funktioniert nur bei gespannter Waffe. Nach der letzten Kugel bleibt der Verschluß hinten und kann über den Bolt Catch wieder gelöst werden.



Und auch sonst ist alles dem Vorbild nachempfunden. Das Putzzeugfach im Hinterschaft kann hier auch tatsächlich diesem Zweck dienen - oder auch ein paar CO2-Kapseln aufnehmen.

Die Magazine bestehen aus einer lackierten Blechhülle, in die der Gastank und die Mechanik für Ventile und Verschlußfang eingepaßt sind. Die Größe soll, im Gegensatz zu AEG Magazinen, sehr nahe am Original sein. Bisher sind nur LowCap (bzw. MilSim) Magazine mit 30 Schuß verfügbar. Aktuell gibt es keine Ankündigung für MidCaps oder generell andere Magazine.



Das Hop-Up ist wesentlich besser aufgebaut, als man das von vielen AEGs kennt. Von Außen besteht es im Wesentlichen aus einem geriffelten Ring, der um den Lauf herum liegt. Dieser läßt sich mit etwas Gefummel durch das Auswurffenster erreichen, wenn der Verschluß geöffnet ist. Besser geht es allerdings von unten durch den Magazinschacht. Das Hop-Up ist erstaunlich konstant und sehr genau einstellbar. Warum man so eine Konstruktion nicht für alle Airsofts verwenden kann, ist eigentlich unverständlich!





Die Funktionsweise des Systems ist wie bei fast allen GBBs aufgebaut. Ein Schlagstück wird gespannt und drückt beim Auslösen auf das Ventil im Magazin. Nun strömt Gas aus und treibt zum einen die BB durch den Lauf, zum anderen wird der Verschluß gegen eine Feder nach hinten bewegt und spannt den Hahn bzw. das Schlagstück für den nächsten Schuß. Dadurch kann auch das Ventil wieder schließen und die Bewegung bewirkt den "Blowback"-Effekt. Die Feder drückt dann den Verschluß wieder nach vorne, wobei er eine neue Kugel in den Lauf drückt.

Das feldmäßige Zerlegen funktioniert wie beim Original. Das Magazin raus, den hinteren Gehäusepin herausziehen bis er arretiert und das Gehäuse aufklappen. Nun den Durchladehebel vorsichtig zurückziehen und den Veschluß entnehmen. Den Durchladehebel ganz herausziehen und dabei leicht nach unten abwinkeln. Jetzt kann man noch die Buffer Tube herausziehen, indem man den kleinen Haltepin eindrückt. Mehr ist für grundlegende Wartungsarbeiten nicht notwendig.



Schußtest

Eine Besonderheit betrifft die Funktion des Verschlußfangs (engl.: Bolt Catch). Dieser läßt sich über einen kleinen Schalter am Magazin deaktivieren und die Waffe schießt leer. Dadurch kann man zum Beispiel sicherstellen, daß sich keine BB mehr im Lauf befindet.



Die Gasmagazine schlucken eine ziemlich große Menge, man sollte also immer einen größeren Vorrat an Greengas parat haben. Bei den CO2-Magazinen muß man mit einer Kapsel pro BB-Füllung (also 30 Schuß) rechnen. Es bleibt zwar meist noch etwas Gas zurück (es sei denn, man verwendet die schwerere Buffertube, siehe "Tuning"), aber die Menge reicht nicht mehr für eine komplette Füllung. Das Gleiche gilt auch für die GG-Magazine.



Die BBs lassen sich, wie oben schon gesagt, am besten mit einem richtigen Speedloader einfüllen. Der mitgelieferte ist zu umständlich und 30 Kugeln einzeln hereindrücken macht auch keinen Spaß. Dafür verwenden GBB-Magazine traditionell alle Kugeln, es bleiben keine BBs ungenutzt im System zurück.
Eine richtige Entladefunktion, wie man sie bei AEG-Magazinen (oft auch ungewollt) hat, gibt es übrigens nicht. Hier hat man nur die Möglichkeit, die Kugeln einzeln herauszudrücken.

Mein Chrony hat bei den ersten Tests versagt. Ob er einfach überfordert war oder aus Verzweiflung dicht gemacht hat - keine Ahnung. Als ersten Anhaltspunkt habe ich dann den Dosentest gemacht. 0,4 Gramm BBs gingen glatt durch. "Gut" werden jetzt einige sagen, "Das schafft meine AEG auch". Stimmt. Aber auch auf 8 Meter Entfernung?





Um dann noch eines draufzusetzen, habe ich den Test mit dem CO2-Magazin wiederholt. Diesmal ging die Kugel glatt durch den Boden der Dose und verbeulte noch die Front. Auf 8 Meter. Die beiden anderen Einschläge am Rand der Dose stammen übrigens vom Einschießen des Reddots. Das zeigt, mit welcher Wucht die BBs auftreffen.



Bei Sniper Airguns wurden im Schnitt 3 Joule mit Greengas und 2,5 Joule mit CO2 gemessen. Moment - CO2 ist *schwächer* ?!? Ja, und zwar bei fast allen AWSS-Waffen! Nur die CQB macht hier eine Ausnahme. Dafür ist aber bei allen der Rückstoß stärker. Mir wurde das so erklärt, daß durch das stärkere CO2 das Ventil schneller geschlossen wird und so weniger Gas die BBs antreibt. Wie auch immer, die Fakten sprechen für sich. Greengas schießt stärker, CO2 rappelt mehr. :D



Dazu kommt dann noch eine Präzision, die ich bisher nur selten gesehen habe. Wie gesagt, das war nur ein Test auf 8 Meter, im Spiel muß man auf größere Entfernungen treffen können. Die Kraft ist einfach zu hoch, um damit unterhalb von 20 Metern auf Menschen zu schießen. Aber das Trefferbild spricht für sich. Erzielt mit einem billigen Reddot und 0,36er BBs...





Das Ventil ist bei meinem M16 übrigens zur Hälfte zugedreht. Was passiert, wenn man es ganz aufdreht, möchte man sich gar nicht ausmalen. Dann kommt die Energie schon in den Bereich von Luftgewehren...



Aber bitte beachten - alle Angaben beziehen sich auf die WETTI-AWSS-Version! Die ebenfalls im Handel erhältlichen "normalen" Versionen sind schwächer und teilweise nicht mit den aktuellsten Verbesserungen versehen.


Tuning

Beim äußeren Tuning hat man eine enorme Auswahl an RS- und Airsoft-Tuningteilen. Das betrifft sowohl Anbauten (Zielfernrohre und Reddots, Zweibeine usw.), wie auch Ersatzteile (Front-Sight, Pistolengriffe usw.). Eine Auflistung aller passenden Teile würde Seiten füllen!



Interessant ist natürlich das interne Tuning, wobei man hier aufpassen muß, wenn es um Leistungstuning geht. Der Austausch von nicht leistungssteigernden Teilen ist dagegen unproblematisch. Wir haben auf WEAirsoft.de mehrere Tuninganleitungen veröffentlicht, die in diese Kategorie fallen.

Von TS Customs gibt es z.B. einen Regulator, der die Gasmenge drosseln kann. So läßt sich relativ schnell die Stärke in einem weitem Bereich variieren. Diesen Regulator gibt es demnächst auch in Deutschland bei Sniper Airguns zu kaufen.

Unabhängig davon kann das Ventil auch so gedrosselt werden, allerdings etwas umständlicher. Das Gewinde muß nämlich entweder gegen Losdrehen gesichert werden (was eine Änderung schwierig macht) oder man läßt es offen (was gelegentlich zu losgedrehten Nozzles führt).

Sehr zu empfehlen ist auch eine schwerere Buffertube, die den Blowback-Effekt verstärkt. Das führt zwar auch zu einem höheren Gasverbrauch, aber zumindest die Gasmagazine haben noch etwas Reserve, da man sowieso nicht genug Gas für mehr als eine komplette BB-Füllung hineinbekommt.



Spieltauglichkeit

Mit dieser Waffe werden die Karten auf dem Spielfeld wieder neu gemischt. Und es zeigt, warum "Scharfschütze" / "Sniper" bei Airsoft meist keine gute Wahl ist. Denn normalerweise kompensiert der Sniper seine hohe Reichweite gegenüber Sturmgewehren durch eine langsamere Schußfolge. Aber das M16 konterkariert das, mit eine Stock-Leistung, die die meisten "Sniper-Rifles" doch ziemlich alt aussehen läßt. Und das sowohl bei der Reichweite, wie auch der Präzision.

Und dabei liegt der Preis nicht einmal in astronomischen Höhen, sondern in der Größenordnung von guten AEGs. Die Folgekosten (Magazine, Gas, evtl. schwere Kugeln) sind natürlich höher, aber überschaubar. Für ein Scharfschützengewehr mit akzeptabler Leistung zahlt man aktuell einen vergleichbaren Preis.

Aber diese Airsoft wird auch ausdrücklich als "PTW" vermarktet, also als Trainingsgerät für Polizei und Militär. Da ist es dann auch verzeihbar, wenn die Leistung für die typischen Spielfelder viel zu hoch ist. Für Trainings in halbwegs realistischen Umgebungen ist sie aber notwendig und gewünscht.



Fazit

Western Arms mag die Ehre gebühren, die GBB-Langwaffen wieder ins Bewußtsein gerückt zu haben. Aber die rasante Verbreitung kostengünstiger Waffen geht auf das Konto von WE! Mit immer neuen Modellen, ständigen Verbesserungen und immer einem Ohr am Kunden - WETTI liest und schreibt (!) in englischsprachigen Foren mit, etwas was sonst praktisch kein namhafter Hersteller zugibt - sind GBBs wieder für ein großes Publikum interessant geworden.

Das Engagement ist aber auch notwendig, denn die neuen Waffen sollen primär als Trainingswaffen, PTWs, vermarktet werden. Und da gelten ganz andere Maßstäbe, als im manchmal etwas schmerzfreien Airsoft-Segment. So müssen die Waffen einen rauen Umgang vertragen, in der Bedienung dem Original entsprechen und am besten sogar weitgehend teilekompatibel sein.

Und genau das trifft auf die WE M4/M16-Serie zu!

Für uns Airsofter ist aber wesentlich, daß man für den Preis einer guten AEG eine Waffe bekommt, die stabil, leistungsfähig und... anders ist. Denn auch wenn es momentan einen Boom bei den Gaswaffen gibt, ist doch noch nicht jeder Spieler damit ausgestattet. Dazu kommt dann noch die Möglichkeit, die Waffe sowohl mit Airsoft, als auch mit RS-Teilen zu "veredeln". Etwas, was in der Form bisher kaum möglich war oder sehr viel Bastelarbeit erforderte.

Einzig die ungeheuer hohe Schußleistung der AWSS-Waffen, die sich schon in Luftgewehr-Regionen bewegt, macht den Einsatz auf dem Spielfeld schwierig. Hier bleibt nur, entweder alleine auf große Entfernungen zu schießen oder die Leistung zu reduzieren. Zum Glück geht das aber relativ leicht und läßt sich auch von Neulingen durchführen.

So ist die WETTI AWSS Serie uneingeschränkt für alle zu empfehlen, die mit der momentan realistischsten Airsoft schießen wollen!
Mit freundlichen Grüßen
Elchinator

<- NSA/XKeyScore jamming active

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