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Elchinator Männlich

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Donnerstag, 25. März 2010, 21:44

M92F Desert Edition



Modell: M92F Desert Edition
Hersteller: WE
System: Gas Blow Back, Hop Up einstellbar
Kaliber: 6 mm BB
Max-Energie: 0,9 Joule
Material: komplett Metall, nur Griffschalen aus Kunststoff
Magazinkapazität: 25 Schuss
Gewicht: ca. 1040 gr
Gesamtlänge: ca. 215 mm



Einleitung

In der Reihe der "Desert Varianten", die WE seit einiger Zeit herausbringt, gibt es nun etwas Abwechslung von den vielen 1911ern. Mit der M92F "Desert Combat" baut WE nun auch eine Beretta 92 in Tan. Da die Beretta als M9 noch immer in der US Army verwendet wird und in dieser Sonderausgabe durchaus zum WE SCAR paßt, kann sie eine Desert-Ausrüstung sehr gut abrunden. Grund genug, sich diese neue Pistole einmal anzusehen.


Lieferumfang

Im Gegensatz zu vielen neueren Pistolen kommt die Beretta noch in einem bunt bedruckten Karton daher. Darauf sind noch die alten (schwarzen) M9 und M93R Varianten abgebildet. Innen drin liegt die Pistole wie gewohnt auf einem schwarzen Stoff, der die Styroporbox umhüllt. Mitgeliefert wird nur eine chinesisch/englische Anleitung, sonst nichts.


Erster Eindruck

Im Vergleich zu den 1911ern erscheint die Beretta fast leicht, was aber wohl eher an der Gewichtsverteilung liegt. Durch das dicke doppelreihige Magazin liegt der Schwerpunkt eben deutlich weiter hinten. Die Handlage ist aber sehr gut, wenn man nicht gerade kleine Hände hat. Der Griff ist halt ein ganzes Stück dicker als bei einer 1911.

Die Farben entsprechen dem aktuellen Schema bei WE, mit tan-farbenem Griff und Schlitten und allen anderen Bauteilen in schwarz. Da es von Beretta selbst keine Waffe in anderen Farben gibt, ist dieses Schema aber nicht unrealistisch. Es ist halt "custom", wie man es bei PMCs oder Spezialeinheiten finden könnte.
Der Lack selbst ist recht kratzfest, wenn auch nicht so gut wie bei einer eloxierten Oberfläche. Durch die Farbgebung kam aber auch nur Lack in Betracht.



Irgendwelche Markings gibt es nicht, sieht man mal vom WE-Logo auf den Griffschalen ab. Durch den hellen Lack hätten auch Fantasiemarkings sehr schön ausgesehen, so wirkt der Schlitten etwas nackt. Nun gut, als Sammlerstück und "Wallhanger" war diese Waffe auch gar nicht gedacht, daher ist das zu verschmerzen.
Die Importeursmarkings sind auf der rechten Seite eingelasert, leider nicht ganz so gut zu "tarnen" wie auf einer schwarzen Waffe. Dafür stechen sie aber auch nicht so sehr ins Auge.



Technik

Die M9 ist noch nicht mit dem Megaflow-System der 1911er-Serie ausgestattet, wobei es fraglich ist, ob das überhaupt geplant ist. Daher ist der Cooldown hier noch immer etwas stärker. Auf der anderen Seite ist die WE ein hundertprozentiger Klon der TM M9 und damit auch kompatibel zu KJW oder HFC. Es lassen sich sogar die Magazine untereinander austauschen! Angeblich funktionieren die KJW-Magazine sogar etwas effizienter und reduzieren so den Cooldown. Getestet habe ich das aber nicht.

Beim Zerlegen gibt es dann auch keine Überraschungen, alles funktioniert so, wie man das bei einer Beretta erwartet. Magazin raus und Schlitten spannen, dann läßt sich der Knopf rechts über dem Abzugsbügel eindrücken. Nun dreht man den Zerlegehebel auf der linken Seite um 90° nach unten und zieht den Schlitten nach vorne ab. Um die Rückholfeder zu entnehmen, muß man die Führungsstange nach vorne ziehen und leicht drehen. Jetzt läßt sich auch der Lauf nach vorne schieben und dann schräg nach oben herausziehen.

Dies ist auch die einzige Möglichkeit, um an die Verstellung für das Hop-Up zu kommen. Die Schraube liegt oben auf der "Patronenkammer" und man muß den Lauf ausbauen, um sie zu erreichen. Modernere Konstruktionen lösen das etwas eleganter.

Immerhin wurde die Technik der Beretta 92 sehr gut nachgebaut. Wie beim Original gibt es eine Verriegelung zwischen Lauf und Schlitten, die nach einigen Millimetern Bewegung abkippt und sich der Schlitten alleine weiterbewegt. Im Gegensatz zum Browning-Prinzip kippt hier der Lauf nicht ab, was für eine höhere Präzision sorgt. Jedenfalls beim Vorbild.



Schußtest

Zunächst einmal will das Magazin mit BBs befüllt werden, was hier durch eine breitere Öffnung unten erfolgen kann. Dazu muß man den Spannschieber ganz nach unten ziehen und festhalten. Eine Arretierung gibt es nicht. Mit einem Speedloader geht das natürlich etwas einfacher, mitgeliefert wird allerdings keiner.

Die Sicherung wirkt hier auf den Abzug und dieser fällt wirkungslos durch. Eine richtige Entspannfunktion wie beim Vorbild gibt es nicht. Es ist zwar möglich, den Hahn manuell zu entspannen, dabei geht er aber nicht ganz in die Ruhestellung zurück und es besteht die Gefahr, bei einem Druck auf den Hahn einen Schuß auszulösen! Besser ist es, das Magazin kurz zu entnehmen und dann den Hahn zu entspannen (nicht abschlagen!) - legt man dann das Magazin wieder ein, liegt das Schlagstück oberhalb vom Ventil.


Beim Durchladen fällt die relativ weiche Rückholfeder auf, viele Pistolen sind da deutlich strammer. Und auch der Abzugsweg ist ungewohnt lang. Selbst im Single-Action-Modus muß man den Abzug sehr weit durchziehen, einen richtigen Druckpunkt spürt man dabei nicht. Im Double-Action-Modus ist der Abzug nur unwesentlich schwergängiger. Dafür ist dann das Blowback dank Metallschlitten sehr ordentlich. Die Lautstärke hält sich in Grenzen und ist mit anderen GBBs vergleichbar.

Bei der Präzision erkennt man dann doch, daß dieses Modell noch nicht auf dem aktuellen technischen Stand ist. Während die neuen 1911er Streukreise im Bereich von drei oder vier Zentimetern produzieren - gemessen auf acht Meter mit 0,2er BBs - gehen die Treffer der M92 über die halbe Zielscheibe. Das ist für Spiele oder "Plinking" völlig ausreichend, aber eben weder zeitgemäß noch geeignet für's Scheibenschießen. Dazu müßte man dann wenigstens einen Tight Barrel einbauen, vermutlich auch ein anderes Hop-Up.



Tuning

Und damit wären wir dann schon beim Thema Tuning. Im Gegensatz zu den 1911ern, entspricht die WE M9 genau der Tokyo Marui, KJW oder auch HFC. Alle Tuningteile für Tokyo Marui bzw. deren Nachbauten von KJW oder HFC, passen in der Regel. So wären dann ein anderer Outer Barrel mit Schalldämpfergewinde, ein Tight Barrel oder andere Griffschalen kein Problem. Von WE selbst gibt es jetzt auch CO2-Magazine in Normalgröße, also ohne vorstehende Schrauben oder Magazinschuhe. Dieses entwickelt natürlich noch etwas höhere Energien und schießt auch besonders konstant.



Fazit

Die WE M9 ist erkennbar ein älteres Modell von WE und technisch nicht auf dem Stand der neuesten MEGALFLOW-Waffen. Trotzdem schlägt sie sich gut in ihrer Preisklasse. Sie ist sicherlich nicht mit einer TM M9 mit Metalkit vergleichbar, kostet dafür aber auch nur einen Bruchteil des Preises. Mit ein paar Tuningteilen ließe sich sogar noch deutlich mehr aus der Waffe herausholen, wobei das Grundmodell als Secondary noch ausreichend funktioniert. Lediglich für größere Entfernungen oder kleinere Ziele macht ein Tight Barrel dann doch wieder Sinn. Die Kosten für die Aufrüstung halten sich dank des großen Angebots für dieses Modell sogar noch in Grenzen.

Die hier getestete Tan-Version der M9 richtet sich auch eher an PMC-Ausstattungen, durch die klassische Form ohne Schiene paßt sich auch in jedes Beretta-Holster. In Holster für Fullsize-Pistolen paßt sie ohnehin.

SO würde ich die WE M9 als optische Ergänzung zum SCAR, aber auch für "wüstentaugliche" Outfits sehen. Eine Pistole ohne großartige Highlights, aber auch ohne gravierende Probleme. Als Backup oder optische Aufwertung der Ausrüstung ist sie jedenfalls ok.



Geschichte

Die Modell 92 wurde 1975 bei Beretta entwickelt. Es handelt sich um eine Weiterentwicklung des sehr erfolgreichen Modells 951, von dem auch das Verschlußsystem übernommen wurde. Dieser Schwenkriegelverschluß stammt wiederum direkt von der Walther P38 ab. Die wesentlichen Neuerungen gegenüber den älteren Pistolen von Beretta waren der Spannabzug und ein doppelreihiges Magazin.

Während bei der ersten Serie die Sicherung noch am Griffstück angebracht war (und beim Lizenznachbau von Taurus heute noch ist), wurde bei der M92S der Sicherungshebel an den Schlitten verlegt und mit einer Entspannfunktion versehen.

1978 nahm Beretta dann mit der M92S an der Ausschreibung der US Luftwaffe für eine neue Dienstpistole teil und gewann. 1983 folgte dann eine Ausschreibung der US Army, an der ein aktualisiertes Model 92SB-F teilnahm. Dieses hatte bereits einen veränderten Abzugsbügel und einen Magazinhalteknopf am Abzugsbügel. 1985 wurde die Beretta dann als M9 bei der US Army eingeführt.

Wenig später gab es erste Berichte über Probleme mit Brüchen am Verschluß, war auf eine stärkere Patrone der Army zurückgeführt wurde. Daraufhin wurden Teile verstärkt und die neue Pistole als M92FS ausgeliefert. In dieser Form ist sie bis heute im Einsatz, wird aber aktuell immer mehr abgelöst - wegen des Wunsches der Amerikaner, ihre geliebte .45 ACP zurückzubekommen, werden nun wieder 1911er Varianten eingeführt...
Mit freundlichen Grüßen
Elchinator

<- NSA/XKeyScore jamming active

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